fbpx

No-Emu Lotion selbstgemacht

Aug 5, 2019

Valerie Jarolim BSc., Kräuterpädagogin

No-Emu noch nie gehört?! Same here – bis ich mich in die No-Emus verliebte! Es handelt sich dabei um eins der simpelsten, pursten und gleichzeitig luxuriösesten selbstgemachten Hautpflegeprodukte. Und luxuriös nicht unbedingt im Sinne von “teuer”, sondern im Sinne von hautverwöhnend und hautnährend.

Alles was es dazu braucht, sind in der Basisrezeptur nur zwei (!!) Zutaten. Nämlich ein passendes Pflanzenöl und ein Hydrolat. Ich schwöre z.B. auf Jojoaböl und Rosen Hydrolat.

Was ist eine No-Emu Lotion?

No-Emu bedeutet kurz gesagt, dass kein Emulgator zum Einsatz kommt. Emulgatoren braucht man für gewöhnlich in der Naturkosmetik, wenn man eine Fettphase (wie Jojobaöl) mit einer Wasserphase (hier Hydrolat) mischen möchte um eine Creme oder eine Lotion zu erhalten.

Bei den No-Emus funktioniert das Mischen der beiden Phasen viel einfacher, ohne zusätzlichen Inhaltsstoff, nämlich einfach durch kräftiges Schütteln. Das ist auch der Grund, weshalb No-Emus auch “Schüttel-Lotion” genannt werden.

Sind beide Zutaten in eine Flasche gefüllt, erkennt man sofort dass beide Phasen erstmal auseinanderstreben. Schüttelt man kräftig vermischen sie sich und bilden eine Lotion. Nach kurzer Zeit trennen sich die Phasen wieder: unten befindet sich das Hydrolat und drüber liegt das Pflanzenöl.

 

Lieblingszutat Nr. 1 – Jojobaöl

Jojobaöl gehört zu den hautpflegendsten Ölen, wobei es streng genommen gar kein Öl sondern ein bei Zimmertemperatur flüssiges Wachs ist. Es sehr lange haltbar und wird kaum ranzig. Beim Kauf sollte auf kaltgepresste Qualität geachtet werden. Jojobaöl wird aus den Nüssen des Jojobastrauches, einem Wüstenstrauch, gewonnen und wird von alles Hauttypen ganz besonders gut vertragen. Es zieht schnell und tief in die Haut ein und hinterlässt dabei keinen fettigen sondern einen schönen samtigen Glanz. Es ist sehr feuchtigkeitsspendend und schützt die Haut vorm Austrocknen. Jojobaöl eignet sich auch besonders zur Pflege reifer Haut und unreine Haut.

 

Lieblingszutat Nr. 2 – Rosen Hydrolat

Hydrolate, auch als aromatisierte Pflanzenwasser bekannt, entstehen als Nebenprodukt bei der Herstellung ätherischer Öle. Sie enthalten in minimalen Spuren auch ätherisches Öl, weshalb sie wunderbar duften aber auch eine sanfte Heilwirkung haben. Ich verwende Hydrolate in selbstgemachter Naturkosmetik immer dann, wenn ich  eine Wasserphase brauche, wie beim Cremenrühren, für die Seifenherstellung, für Bodysprays und eben auch für die No-Emu Lotionen.

Die Rose ist die Königin der Hautpflege und schmeichelt wie kaum eine andere Pflanze der Haut. Das Rosen Hydrolat wird aus den frischen Blütenblättern der Rose gewonnen und sorgt für “rosige” Frische. Dazu habe ich ein schönes Zitat aus einem meiner Lieblingsbücher gefunden “Rosen Hydrolat beruhigt die Haut, heilt und pflegt sie. Es mindert die Zeichen der Hautalterung und verschafft ihr eine klarere Ausstrahlung.” (aus “Hydrolate – sanfte Heilkräfte aus Pflanzenwasser” von Ingrid Kleindienst-John. Ein wirklich tolles Buch! Unbezahlte Werbung).

 

Was ist deine Lieblingszutat?

Das Tolle an der No-Emu Lotion ist, dass sie auf die eigenen Hautbedürfnissen und Vorlieben, was Duft und Pflanzenöl angeht, abgestimmt werden kann. Einen Artikel über verschiedene Pflanzenöle + welches für welchen Hauttyp geeignet ist gibt’s übrigens hier.

Für mich bei der Wahl immer ein entscheidender Faktor- die Qualität. Ich greife am liebsten zu biologisch hergestellten Produkten.

Ein paar Inspirationen zur indiviuellen Abwandlung der No-Emu Lotion:

  • bei reifer Haut eignen sich Oliven- und Wildrosenöl besonders gut
  • wärmend und durchblutungsfördernd können Oliven- und Sesamöl wirken
  • Rotöl (Johanniskrautöl) ist eine traditionelle Hilfe bei Sonnenbrand und Ringelblumenöl kann die Wundheilung der Haut fördern
  • ein paar Tropfen Sanddornfruchtfleischöl bieten sich im Sommer an – dieses Öl kann die sonnenstrapazierte Haut regenerieren und vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen
  • besonders erfrischend sind Pfefferminz- und Rosmarin Hydrolat
  • bei unreiner Haut kann Lavendel- oder Teebaumhydrolat gute Dienste leisten

Mehr Infos zu Ölen, Hyrolaten und ätherischen Ölen wie auch unzählige Rezepte gibt’s natürlich auch im DIY Naturkosmetik Online-Kurs.

Ringelblumenöl Naturkosmetik

Herstellung der No-Emu Lotion

Die Herstellung könnte einfacher nicht sein. Zuerst wird eine Flasche, am besten mit Pumpverschluss, zur Hälfte mit Rosen Hydrolat befüllt. Danach wird Jojobaöl in die Flasche gegossen. Und dann, ach nichts und dann, fertig ist die No-Emu Lotion!

Tipps:

• Als Deko kann man 1-2 getrocknete Rosenknospen mit in die Flasche geben.

• Die No-Emu Lotion kann auch wunderbar mit 100% naturreinen ätherischen Ölen beduftet werden. Auf 100ml kommen 10-20 Tropfen. Passend sind z.B. Lavendel fein, Rosengeranie und Patchouli. Sie verstärken den Duft und tun der Haut gut! Natürlich kann man hier aus dem Vollem schöpfen und jedes passende ätherische Öl ganz nach den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben wählen.

Anwendung der No-Emu Lotion

Wie oben beschrieben, braucht es vor jeder Anwendung ein kräftiges Schütteln um beide Phasen miteinander zu mischen. Nur so entsteht eine Lotion, die auch angenehm zum Auftragen ist. Ich verwende die Lotion am liebsten nach dem Duschen und massiere sie in die Haut ein.

Besonders in der warmen Jahreszeit, wenn sich leichte und schnell einziehende Lotionen besser anfühlen, ist die No-Emu Lotion toll. Sie wirkt erfrischend und belebend und darf natürlich auch als Gesichtspflege genutzt werden.

Die No-Emu Lotion ist in dieser Form etwa 1-2 Wochen haltbar und kann bei Zimmertemperatur gelagert werden. Im Kühlschrank bekommt das Jojobaöl, dadurch dass es ein Wachs ist, eine etwas festere Konsistenz. Für eine längere Haltbarkeit empfehle ich selbstgemachte Tinkturen (alkoholischer Auszug) wie hautpflegende Rosen-, Gänseblümchen- oder Kamillentinktur dazu zu geben. Eine ausreichende Konservierung im klassischen und wissenschaftlichen Sinn wird erreicht, wenn 15% Tinktur gewählt werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Disclaimer: Rezepte, Anwendungsvorschläge, Inhalte und Angaben wurden nach dem aktuellen Wissensstand der 
Autorin sorgfältig recherchiert und verfasst, erfolgen aber ohne Gewähr. Sie stellen keinesfalls Anspruch
auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit im schulmedizinischen Verständnis.  Es muss betont werden, dass
jeder Mensch unterschiedlich auf die Rezepte reagieren kann. Auch natürliche Zutaten, Stoffe und Rohstoffe
wie Pflanzenöle, ätherische Öle, Bienenwachs etc. können Allergien, Unverträglichkeiten und andere
Nebenwirkungen auslösen. Bei Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unumgänglich. Die Autorin haftet
nicht für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den gegebenen Anregungen resultieren.