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Naturkosmetik-Rezepte, die dich aus dem Winterschlaf wecken!

Mrz 13, 2020

Valerie Jarolim BSc., Kräuterpädagogin

Der Winter hinterlässt seine Spuren gerne auch auf unserer Haut. Trockene, schuppige und fahle Haut, ausgelöst durch warme Heizungsluft drinnen und niedrige Temperaturen draußen, sind Folgen der kalten Jahreszeit, die wohl jeder kennt. Höchste Zeit, unsere Haut, das größte Körperorgan und gleichzeitig unseren tapferen Schutzwall, aus dem Winterschlaf zu wecken und sie liebevoll mit guten Zutaten zu pflegen. Ihr etwas Frische zu verleihen, sie mit wertvoller Feuchtigkeit zu pflegen und auf sanfte Weise den Hautstoffwechsel anzuregen. 

Ich möchte dir zwei sehr einfach nachgemachte Rezepte aus natürlichen Zutaten vorstellen, die aktivierend wirken und gleichzeitig für weiche und geschmeidige Haut sorgen. Außerdem verrate ich das Rezept für meine heiß geliebte Harzsalbe aka Pechsalbe. Auch sie spendet wertvolle Feuchtigkeit, hilft bei kleinen Wehwehchen und dient mir als „Desinfektionsmittel“ und Einreibung in den Übergangsjahreszeiten, wo das Immunsystem Schwerstarbeit leisten muss. 

Die Rezepte sind auch tolle Beispiele dafür, wie einfach und simpel in der Zutatenliste selbstgemachte Naturkosmetik sein kann und dass Hautpflege nicht immer in der Plastiktube daherkommen muss. Lasst uns alle ein bisschen Plastikfasten und das Badezimmer plastikfreier gestalten!

 

Salz-Peeling mit Zitrone und Rosmarin 

Mit dem Salz-Peeling werden abgestorbene Hautschüppchen, die die Haut fahl und grau erscheinen lassen, einfach abgeschrubbt. Die Haut wird belebt, die Durchblutung angeregt und mit pflegendem Öl verwöhnt. Das Peeling eignet sich als „Muntermacher“ bei Antriebslosigkeit, für Morgenmuffel, aber auch bei Frühjahrsmüdigkeit. 

Das Beste daran: Fast alle Zutaten lassen sich in der Küche finden und nach der Dusche ist kein Eincremen notwendig. Eine natürliche 2in1-Pflege also, völlig frei von chemisch-synthetischen Inhaltsstoffen. 

 

Die Zutaten:

Salz – bye bye, Mikroplastik!

Kleine Plastikpartikel, sogenanntes Mikroplastik, sorgen in herkömmlichen Peelings für den Schrubbeffekt und sollten aus vielen Gründen nicht auf unserer Haut geschweige denn nach der Dusche im Abwasser landen. 

Für den Effekt sorgt bei der Selfmade-Variante naturbelassenes Salz. Geeignet sind feines Berg- oder Meersalz. Salz sorgt durch seine kristalline Form für Reibung und damit einen mechanischen Peeling-Effekt. Abgestorbene Hautschuppen werden entfernt und die Bildung von neuen Hautzellen wird angeregt. Die Haut wird besser durchblutet und sieht rosig und frisch aus. Statt Salz kann für das Peeling aber auch Zucker oder Kaffeepulver verwendet werden.  

 

Olivenöl 

Da die Haut durch das Abschrubben mit Salz gut durchblutet ist und die Poren geöffnet sind, ist sie besonders aufnahmefähig für pflegende und feuchtigkeitsspendende Öle. Sehr gut geeignet sind kaltgepresste bzw. native Bio-Öle wie zum Beispiel Olivenöl. Es pflegt trockene Haut, wirkt nährend, regenerierend, zellschützend und leicht wärmend und wird seit jeher für die Hautpflege eingesetzt. Nach dem Peeling ist dank des reichhaltigen Olivenöls auch kein Eincremen notwendig. 

 

Ätherisches Öl – Duft und Wirkung  

Zur Beduftung kann das Peeling noch mit 100 % naturreinen ätherischen Ölen verfeinert werden. Bei diesen aus Pflanzen gewonnenen Duftstoffen handelt es sich um hochkonzentrierte Substanzen, welche neben ihren duftenden Eigenschaften auch die aktivierende Wirkung des Peelings verstärken können. 

Für einen besonderen Frischekick im Peeling sorgt ätherisches Zitronenöl. Es hat eine erfrischende, stimmungsaufhellende, erheiternde und anregende Wirkung und bietet sich sehr gut an, wenn man in der Früh nicht in die Gänge kommt oder zu Lust- und Antriebslosigkeit neigt, bzw. einfach schlechte Laune hat. Weiters wirkt es gewebestärkend und hautstraffend, weshalb es regelmäßig im Peeling angewendet das Bindegewebe stärken kann. 

Ätherisches Rosmarinöl (Rosmarin CT Cineol) gilt als DER „Muntermacher“ unter den ätherischen Ölen und passt zusätzlich zum ätherischen Zitronenöl perfekt zum Peeling. Es wirkt durchblutungsfördernd, stärkt ebenfalls das Bindegewebe und regt den Kreislauf an. Rosmarin bedeutet übersetzt „Tau des Meeres“ – alleine die Bezeichnung hat doch etwas Erfrischendes, oder? 😉

Achtung: Manche ätherische Öle wie Rosmarin sind in der Schwangerschaft, für Kleinkinder, bei Bluthochdruck und Asthma nicht geeignet. Die Verwendung sollte dann mit Arzt/Ärztin oder ApothekerIn abgeklärt werden. Ätherisches Zitronenöl kann die Lichtempfindlichkeit erhöhen, weshalb direkt nach der Anwendung die pralle Sonne für etwa zwei Stunden gemieden werden sollte. 

Man kann die ätherischen Öle im Peeling auch einfach weglassen. Und wer möchte, kann natürlich auch andere ätherische Öle verwenden. Mehr zu ätherischen Ölen erfährst du übrigens auch in meinem Naturkosmetik Online-Kurs.

Das braucht’s – Zutaten für ein kleines Glas

4 EL feines Natursalz 

2 EL natives Bio-Olivenöl 

8 Tropfen naturreines ätherisches Zitronenöl 

2 Tropfen naturreines ätherisches Rosmarinöl CT Cineol

 

Zubereitung

Natursalz, Olivenöl und ätherische Öle in einem verschließbaren Glas gut mischen – fertig. Möchte man die Konsistenz verändern, nimmt man einfach mehr oder weniger Salz bzw. Öl. 

Tipps – pimp my Peeling 

Wer möchte, kann das Peeling noch mit weiteren natürlichen Zutaten aufpeppen. Frisch geriebene Zitronen- oder Orangenschalen (Zesten) bzw. zerkleinerte, getrocknete Schalen von Bio-Zitrusfrüchten verleihen dem Peeling eine fruchtig-frische Note. Ein Teelöffel getrockneter und zerkleinerter Rosmarin ergänzt das Peeling ebenfalls sehr gut, da auch die nadelförmigen und recht festen Rosmarinblätter den Peeling-Effekt verstärken. 

Anstelle von Olivenöl können auch andere native Pflanzenöle wie Jojoba- oder Mandelöl oder auch ein selbstgemachter, hautstraffender Efeu-Wacholder-Rosmarin Ölauszug (siehe unten) verwendet werden. 

 

Anwendung 

Das Salz-Peeling wird ein- bis zweimal pro Woche unter der Dusche mit kreisenden Bewegungen in die feuchte Haut einmassiert und danach abgespült. Es kann für den ganzen Körper, aber auch für besonders geplagte Körperregionen verwendet werden. Danach sollte die Haut nur sanft trocken getupft werden, damit das Öl Zeit hat einzuziehen. Nach dem feuchtigkeitsspendenden Peeling ist kein Eincremen notwendig.

Die Menge reicht für zwei bis vier Anwendungen. Das Peeling ist bei Zimmertemperatur etwa zwei Monate haltbar. Werden frische Zesten verwendet, sollte es in einem Monat aufgebraucht werden. 

 

Aktivierendes Bodyöl – bye bye, Winterschlaf! 

Das selbstgemachte Bodyöl spendet Feuchtigkeit und wirkt anregend sowie aktivierend. Im ersten Schritt wird dazu ein Ölauszug aus Efeu, Wacholderfrüchten und Rosmarin hergestellt. Diese Pflanzen haben gemeinsam, dass sie die Durchblutung fördern, gewebestärkend wirken, damit den Hautstoffwechsel anregen und die Haut straffen können. 

Zutaten

100 ml natives Bio-Olivenöl 

5 frische Efeublätter 

1 TL getrockneter (im Sommer auch frischer) Rosmarin 

1 TL Wacholderfrüchte

5 Tropfen ätherisches Zitronenöl

3 Tropfen ätherisches Rosmarinöl CT Cineol

Zubereitung  

Efeublätter waschen, trocken tupfen und klein schneiden. Rosmarin und Wacholderfrüchte im Mörser zerkleinern. Dann Olivenöl mit den gut zerkleinerten Pflanzenteilen in ein hitzefestes Gefäß füllen (Schüssel, Marmeladeglas etc.) und im heißen, aber nicht kochenden Wasserbad mindestens 30 Minuten bis zu mehreren Stunden ziehen lassen. 

Während der Ziehzeit und durch die Wärme gehen die Inhaltsstoffe der Kräuter in das Öl über. Gelegentliches Umrühren unterstützt das Lösen der Inhaltsstoffe. Nach der Ziehzeit wird das Ganze durch einen Sieb/Tuch abgeseiht und der Ölauszug in eine Flasche umgefüllt. Dann werden die ätherischen Öle dazu getropft und anschließend die Flasche mit Inhalt und Datum beschriftet. Bei Zimmertemperatur ist der Ölauszug etwa drei Monate haltbar.   

Anwendung

Das feuchtigkeitsspendende Bodyöl wird am besten nach der Dusche in die noch feuchte Haut einmassiert. Es eignet sich auch als Einreibung nach dem Sport und ist eine Wohltat bei Muskelkater. 

Achtung: Ölauszüge werden mit fetten Ölen (z. B. Olivenöl) hergestellt und dürfen nicht mit ätherischen Ölen verwechselt werden!

Aus der Waldapotheke – die Harzsalbe 

Basis für die Harzsalbe, auch bezeichnet als Pechsalbe, ist das wertvolle Baumpech bzw. Harz. Es dient Nadelbäumen wie Fichte und Tanne als Wundverschluss und wehrt Krankheitserreger ab. Beim Sammeln muss darauf geachtet werden, die Wunde nicht erneut aufzureißen und immer nur so viel zu nehmen, wie man gerade braucht. Gesammelt werden kann das ganze Jahr über. Dazu “pflückt” man einzelne Tropfen vorsichtig vom Baum. Entweder mit den Fingern, vorsichtig mit einem Messer oder einem Holzstückchen. Transportieren kann man das Harz am besten in einem kleinen Glas, weil es in den Fingern schnell etwas schmilzt und sehr klebrig ist.

Die Pechsalbe wirkt keimtötend, desinfizierend, beruhigend, entzündungshemmend und kann als Brustbalsam bei Erkältungen und als Wund- und Zugsalbe verwendet werden. 

Zutaten: 

50 ml Olivenöl (alternativ Sonnenblumen-, Mandelöl)

2 EL Fichten- oder Tannenharz

4 g Bienenwachs oder 2 g Carnaubawachs (vegan)

optional auch 2 TL getrockneten Thymian oder andere Kräuter wie Salbei etc.

Zubereitung 

Harz mit Olivenöl (und optional den Kräutern) im heißen Wasserbad erwärmen, bis sich das Harz auflöst. Harzöl durch ein Tuch/Kaffee-/Teefilter abseihen, um Rindenteile etc. aufzufangen. Bienenwachs (oder Carnaubawachs) im heißen Wasserbad schmelzen lassen und Harzöl dazugießen. Gut verrühren und noch flüssig in Tiegel füllen.

Tiegel erst verschließen, wenn die Salbe fest ist. Mit Inhalt und Datum beschriften. Die Harzsalbe ist ca. zwölf Monate haltbar. 

Disclaimer: Rezepte, Anwendungsvorschläge, Inhalte und Angaben wurden nach dem aktuellen Wissensstand der Autorin 
sorgfältig recherchiert und verfasst, erfolgen aber ohne Gewähr. Sie stellen keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit
und/oder Richtigkeit im schulmedizinischen Verständnis.  Es muss betont werden, dass jeder Mensch unterschiedlich auf
die Rezepte reagieren kann. Auch natürliche Zutaten, Stoffe und Rohstoffe wie Pflanzenöle, ätherische Öle, Bienenwachs
etc. können Allergien, Unverträglichkeiten und andere Nebenwirkungen auslösen. Bei Beschwerden ist eine ärztliche
Abklärung unumgänglich. Die Autorin haftet nicht für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den gegebenen
Anregungen resultieren.