· 

"Honig" aus Löwenzahnblüten

Ob löffelweise bei Halsschmerzen, als Brotaufstrich oder zum Süßen von Tee... geschmacklich und optisch steht der Löwenzahn“honig“ dem echten Bienenhonig in nichts nach. Probiert es unbedingt aus!

Unkraut vs Superfood

Pflanzen, die uns auf Schritt und Tritt begegnen, werden meist weniger geschätzt. Wie der Löwenzahn. Es gibt kaum einen Ort, an dem man ihm nicht begegnet. Jede noch so kleine Betonritze in der Stadt reicht für ihn zum Wachsen. Manche bezeichnen den Löwenzahn sogar als hartnäckiges Unkraut. Zeit das zu ändern und ihn wieder ins Rampenlicht zu holen, denn der Löwenzahn hat richtig viel zu bieten!

Zum einen ist er eine seit jeher geschätzte Heilpflanze und zum anderen ein richtig schmackhaftes Wildgemüse mit Superfood Charakter. Das zeigt sich im Vergleich zu gewöhnlichen Kopfsalat: Löwenzahn hat 8x so viel Vitamin C, 5x so viel Eiweiß und die doppelte Menge an wichtigen Mineralien wie Magnesium und Kalium.

 

Vom Löwenzahn sind alle Teile essbar!

  • Kleingeschnittene Blätter sind eine tolle Salatbeigabe und eignen sich für grüne Smoothies
  • Die Wurzel, die man im Frühling oder Herbst gräbt, kann als Wurzelgemüse oder geröstet zu einem koffeinfreier Kaffeeersatz zubereitet werden
  • Blütenknospen lassen sich wie Kapern in Öl oder Essig einlegen
  • Löwenzahntee wirkt harntreibend und dank der Bitterstoffe leberstärkend und verdauungsfördernd. Löwenzahnblätter und die Wurzel sind ein wichtiger Bestandteil in vielen Entschlackungstees und für Frühjahrskuren sehr beliebt.
  • Für den Löwenzahn“honig“ nimmt man die Blüten. Sie schmecken wunderbar süß und honigartig und geben dem "Honig" ein einmaliges Aroma.

Zutaten für ca. 4 kleine Marmeladegläser:

3-4 Händevoll Löwenzahnblüten

1 Liter Wasser

800g Zucker

Saft einer Bio-Zitrone

 

Zubereitung Löwenzahn"honig":

  1. Blüten an einem sonnigen Tag sammeln

  2. Um kleine Käferchen, die sich hin und wieder in den Blüten verstecken, loszuwerden die Blüten etwas schütteln oder abpusten. Außerdem kann man zuhause ein Tuch für ein paar Minuten über die Blüten legen. Die Tiere krabbeln raus, Richtung Licht. Die Blüten keinesfalls waschen, damit ginge der wunderbare und armotische Blütenstaub verloren.

  3. Die gelben Blütenblätter aus den Blütenkörbchen zupfen, die grünen Kelchblätter werden entfernt (siehe Bild oben)

  4. Blütenblätter im Wasser etwa 5 Minuten lang kochen und das Ganze zugedeckt etwa 8 Stunden ziehen lassen

  5. Danach durch ein Sieb abseihen und die Blüten gut auspressen

  6. Den entstandenen Löwenzahnsud mit Zucker und Zitronensaft unter häufigen Rühren etwa 1 Stunde köcheln lassen. Tipp: Je länger gekocht wird, desto zähflüssiger wird der “Honig“

  7. Noch heiß in saubere Gläser füllen und verschließen.

Der vegane Honigersatz ist etwa 1 Jahr haltbar.

Beim Kräutersammeln bitte immer beachten:

  • Nur sammeln, was man eindeutig erkennt! Beim Löwenzahn erfolgt die Bestimmung am besten am Blütenstängel: dieser ist rund, hohl, blattlos, unverzweigt, trägt immer nur eine gelbe Korbblüte und enthält einen weißen Milchsaft. Später wenn sich die schirmartigen Samen bilden, kennt man den Löwenzahn auch als Pusteblume.
  • Niemals alles an einem Standort abernten. Auch wenn das beim Löwenzahn aufgrund seiner Häufigkeit ein bisschen absurd wirkt. Die Blüten sind eine sehr wichtige Bienenweide und Nahrungsquelle für die Nützlinge.
  • Nur an unbelasteten und schadstroffreien Standorten sammeln: Im Frühling sind manche Wiesen von einem Löwenzahnteppich überzogen. Das ist ein Zeichen für sehr intensive Düngung und deshalb kein geeigneter Sammelort.