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Die Farben des Sommers einfangen!

Der Sommer eignet sich besonders um heilkräftige Planzen zu sammeln und zu verarbeiten.

 

Um deren Heilkräfte nicht nur jetzt in der warmen Jahreszeit, sondern über einen längeren Zeitraum, nützen zu können werden Wild- und Heilpflanzen auf verschiedenste Weise konserviert.

 

Die einfachste Form der Konservierung ist die Trocknung. Während die Pflanze trocknet gibt sie Feuchtigkeit ab und Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen wird der Nährboden entzogen. Fäulnis und Schimmel werden verhindert und die Blüten und Blätter so länger haltbar gemacht. Später dienen sie als Basis für  Tees, Ölauszüge, Tinkturen und Gewürze.


 Pflanzen trocknen kann jedeR, es gilt nur ein paar Dinge zu beachten.

Allgemeines zum Trocknen von Wild- und Heilpflanzen

  • Für eine anschließende Trocknung werden Wild- und Heilpflanzen nur an sonnigen und warmen Tagen gesammelt. Alle Pflanzenteile sollten absolut trocken sein. Am besten sammelt man am späten Vormittag oder zu Mittag nachdem der Morgentau verdunstet ist. Manche Inhaltsstoffe, wie die ätherischen Öle, entwickeln sich erst richtig bei Sonnenschein. Diese pflanzlichen Duftstoffe sind für eine Reihe an Heilwirkungen zuständig und es wäre schade um sie. Vielleicht habt ihr auch schon mal bemerkt dass Blüten von z.B. Rosen und Lavendel nach längerem Regen nicht so gut duften wie bei Sonnenschein. Deshalb wird an regnerischen Tagen für Heilzwecke nicht gesammelt und auch nach einer längeren Regenperiode sollte damit ein paar Tage gewartet werden.
  • Um Wirkstoffverluste zu vermeiden werden die Pflanzenteile weder vor noch nach dem Trocknen zerkleinert und schon gar nicht gewaschen. Dehalb ist es wirklich wichtig nur saubere Pflanzen an unbelasteten Standortenzu sammeln.
  • Die optimale Trocknung findet an einem luftigen, schattigen und warmen Platz statt. Direktes Sonnenlicht sollte vermieden werden. Geeignet sind Dachböden und Scheunen. Aber keine Sorge, mit der richtigen 'Technik' an einem gut ausgewählten Platz klappt's auch in einer normalen Wohnung.
  • Die Trocknung ist nach 7- 14 Tagen abgeschlossen. Pflanzenteile wie Blüten und Blätter lassen sich leicht brechen und rascheln zwischen den Fingern.

Da die wirksamkeitsbestimmenden  Inhaltsstoffe nicht gleichermaßen über die ganze Pflanze verteilt sind werden mal Blüten, mal Blätter und manchmal auch das ganze Kraut gesammelt. Wie getrocknet wird hängt von den jeweiligen Pflanzenteilen ab.

 

Ganzes Kraut trocknen

 Möchte man das 'Ganze Kraut', also den oberirdischen Trieb mit Stängel, Blättern und Blüten trocknen, bindet man die Zweigenden zu einem Strauß zusammen und hängt diese mit den Zweigspitzen nach unten auf.

 

Blüten und Blätter trocknen

Möchte man nur gewisse Pflanzenteile wie Blätter oder Blüten trocknen, legt man diese nebeneinander an der Luft auf. 

Dazu eignen sich Gitter, Siebe und spezielle Kräutertrockengestelle welche sicher stellen dass an alle Seiten Luft kommt.

 

Aber auch ohne spezielle Vorrichtungen funktioniert die Trocknung:

Blüten oder Blätter werden einfach nebeneinander auf einem Leintuch oder Papier aufgelegt.

Wichtig ist, dass die Pflanzenteile nicht übereinander gelegt und immer wieder gewendet werden.


 

Getrocknete, farbenfrohe Blüten hübschen jeden selbst zusammengestellten Kräutertee auf. So einfach kann man mit diesen Farbtupfern die gute Laune des Sommers in den Winter mitnehmen.

 

Hier ein paar weitere Anregungen:

 

Richtiges Lagern der getrockneten Pflanzen

Neben der schonenden Trocknung ist auch die richtige Lagerung entscheidend für Wirksamkeit und Qualität der Kräuter.

Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Sonne werden die getrockneten Pflanzen in einem verschließbaren Gefäß dunkel gelagert. Entweder man verwendet lichtundurchlässiges Braunglas oder alte, saubere Marmeladegläser welche in einen Schrank gestellt werden.

 

Wichtig ist alle Gläser mit Inhalt und Datum zu versehen. Gerade wenn mehrere, verschiedene Pflanzen aufbewahrt werden kann das zu einem regelrechten Chaos im Schrank führen.

 

Getrocknete Pflanzen sollten innerhalb eines Jahres, also bis zur nächsten Sammelsaison, verbraucht werden. Danach nimmt die Wirksamkeit ab.