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Kräuterrezepte für den Winter

Jan 26, 2021

Valerie Jarolim BSc., Kräuterpädagogin

 

Nasskaltes Winterwetter kann die Abwehrkräfte schwächen und die schon ist die nächste Erkältung nicht mehr weit. Wie gut, dass die Pflanzenwelt für (fast) jedes Wehwehchen das richtige Rezept parat hält. Und oft sind es gerade die alten Kräuter-Hausmittel mit ihren keimhemmenden, schleimlösenden und krampflösenden Inhaltsstoffen, die schnell und sanft lindern können. Ich setze dabei auf Salben, Badezusätze, Inhalationen, ätherische Öle und natürlich viel Ruhe und Schlaf! Ein paar meiner bewährtesten Rezepte möchte ich euch nun vorstellen!

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten (vor allem dieser Tage) Symptome wie Husten und Fieber unbedingt ärztlich abgeklärt werden! Hat man es mit einer herkömmlichen und banalen Erkältung zu tun, können Kräuter und Hausmittel auf sanfte Weise unterstützen. 

 

Zuerst kümmern wir uns um die Abwehrkräfte. Neben Bewegung an der frischen Luft, abwechslungsreicher Ernährung, fermentierten Lebensmitteln und viel Flüssigkeit stehen Ingwer-Kurkuma Shots, Thymian-Knoblauch Brot und eine spezielle Teemischung in der kalten Jahreszeit bei mir ganz regelmäßig am Programm. 

 

Ingwer-Kurkuma-Shots 

Die Ingwer-Kurkuma-Shots heizen den Abwehrkräften so richtig ein! Ein Grund, weshalb das Trendgetränk bereits die Supermarktregale erobert hat – leider abgefüllt in Plastikflaschen. Deshalb lautet meine Devise: selber machen! Das dauert nicht lang und spart auch noch Müll. Die Shots sind im Kühlschrank mehrere Tage haltbar. 

 

Das macht die Ingwer-Kurkuma-Shots so toll 

Ingwer und Kurkuma werden in der Naturheilkunde schon lange als „Pflanzenmedizin“ geschätzt.  Ingwer enthält Scharfstoffe wie Gingerol und hohe Mengen ätherischer Öle, Mineralien und Vitamine. Die “Wunderknolle” kann wärmend, entzündungshemmend, zellschützend (antioxidativ), und leicht keimhemmend wirken und weiters die Durchblutung anregen. 

Kurkuma wird wie Ingwer seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt und rückt zunehmend in den Fokus der Wissenschaft, denn der Hauptinhaltsstoff Curcumin soll besonders entzündungshemmend wirken. Weiters enthalten sind ätherische Öle und Bitterstoffe. Beide Pflanzen werden meist importiert, können aber auch bereits aus heimischem Anbau bezogen und sogar selbst angebaut werden. 

 

Zutaten für eine kleine Flasche (ca. 5-8 Shots)

4 EL frisch geriebenen Bio-Ingwer (mit Schale) 

2 TL frisch geriebenen Kurkuma (oder 1 TL Pulver)

1 klein geschnittene, geschälten Zitrone 

250 ml Wasser  

1 Prise Pfeffer 

 

Zubereitung

Alle Zutaten bis auf den Pfeffer im Mixer gut zerkleinern. Durch ein feines Sieb filtern, um grobe Fasern aufzufangen und Pfeffer hinzufügen. Fertig!

Die Ingwer-Kurkuma-Shots sind im Kühlschrank etwa fünf Tage haltbar und können daher auch  auf Vorrat produziert werden. Das Einzige, was zu es zu beachten gilt, ist die hochkonzentrierte Schärfe des Ingwers. Man sollte sie nicht unterschätzen und daher nicht mehr als einen kleinen Shot täglich zu sich nehmen und das Getränk nicht durchgehend konsumieren. Ich trinke im Winter als Kur drei Wochen lang täglich ein kleines Glas Shot in der Früh. Achtung bei sensiblem Magen! 


Tipps, das macht den Shot… : 

… milder: Wer möchte, kann anstelle von Wasser Orangen-, oder Apfelsaft verwenden. Auch ein Löffel Honig nimmt die Schärfe.
… regionaler: Wird’s mit Kren anstelle von Ingwer. Kren enthält hohe Mengen an Senfölen, welche u. a. über die Atemwege ausgeschieden werden und dort für Stunden ihre keimhemmende Wirkung entfalten können. Anstelle von Zitronensaft können 2 EL frische Hagebutten (ohne Kerne) mit in den Mixer kommen. Sie enthalten mehr Vitamin C als Zitronen.
… besser aufnehmbar: Fett. Einfach ein paar Nüsse dazu knabbern oder 1 TL Schwarzkümmelöl einnehmen – letzteres stärkt ebenfalls das Immunsystem. 

 

Thymian-Knoblauch-Brot

Dieses Rezept findet man in vielen alten Kräuterbüchern und ich werde nicht müde, es immer wieder zu teilen. Die Kombination klingt zwar etwas seltsam, schmeckt aber richtig gut! Nebenbei gehört Knoblauch zu den sogenannten Phytobiotika (= pflanzliche „Antibiotika“). Darunter versteht man Pflanzen mit keimhemmender Wirkung. Auch Thymian und Honig besitzen antibakterielle, entzündungshemmende und immunstärkende Inhaltsstoffe. 

 

Zutaten Thymian-Knoblauch Brot

1 Scheibe Vollkornbrot

etwas (vegane) Butter

1 EL Honig

1 Knoblauchzehe

½ TL Thymian

Zubereitung

Brot mit Butter und Honig bestreichen. Knoblauch in feine Scheiben schneiden und Brot damit belegen. Thymian leicht zwischen den Fingern zerreiben und aufs Brot streuen. Und dazu dann noch einen heißen Tee – hmm, Mahlzeit!

 

Wärmender Kräutertee mit Holunder- und Lindenblüten

Dieser Tee ist eine wahre Kraftinfusion fürs Immunsystem: Zu den Einsatzgebiete von Holunder- und Lindenblüten zählen die Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten. Beide können aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle und Flavonoide die Schweißproduktion anregen, entgiftend wirken und so die Abwehrkräfte anregen. 

Hagebutten, auch als „Zitronen des Nordens“ bekannt, enthalten hohe Mengen an Vitamin C und können damit die Immunkörperbildung und in weiterer Folge die Resistenzsteigerung unterstützen. Dank der im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe heizt der Tee richtig ein. 

Zutaten – für 2 Tassen (etwa 500 ml)

2 TL Holunderblüten
2 TL Lindenblüten
1 TL Hagebutten
frischer Ingwer (ca. 2 cm)
Saft einer 1⁄2 Zitrone
Honig (nach Belieben)
500ml Wasser

 

Zubereitung

Ingwer fein reiben und mit Hagebutten und Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Topf vom Herd nehmen, Holunder- und Lindenblüten hinzugeben und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Abseihen, mit Zitronensaft mischen und nach Belieben mit Honig süßen. Möglichst heiß genießen!

 

Schnupfen, Husten und Halsschmerzen sind typische Beschwerden einer Erkältungen. Auch hier kann man auf die Kraft der Kräuter setzen – mit selbstgemachtem Brustbalsam, Hustensirup und Kräutersole.

„Nase frei“ Brustbalsam 

Ein Brustbalsam kann bei Schnupfnasen und Husten lindernd, schleimlösend und beruhigend wirken und beim Durchatmen helfen. Mit naturreinen ätherischen Ölen wie Eukalyptus, Teebaum und Pfefferminze besteht der Brustbalsam aus rein natürlichen Zutaten. Nach Belieben kann bei einer Erkältung mehrmals täglich ein Klecks auf Brust und Rücken aufgetragen werden.

 

Zutaten für einen kleinen Tiegel: 

30 g kaltgepresstes Pflanzenöl (Oliven-, Jojobaöl etc.) 

2,5 g Bienenwachs (vegan 1,2 g Carnaubawachs)

4 Tropfen ätherisches Eukalyptusöl globulus oder radiata

4 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl 

2 Tropfen ätherisches Teebaumöl

Zubereitung: 

Bienenwachs im heißen (nicht kochenden) Wasserbad schmelzen. Pflanzenöl unterrühren und so lange rühren, bis sich Bienenwachs und Öl vollständig vermischt haben. Dann nimmt man das Ganze aus dem Wasserbad und lässt es etwas abkühlen. Abschließend werden die ätherischen Öle untergerührt. Brustbalsam in Tiegel füllen, mit Inhalt und Datum beschriften und erst verschließen, wenn der Balsam fest geworden ist. Etwa sechs Monate haltbar. 

 

Achtung!

Der Brustbalsam ist nicht für Kinder, in der Schwangerschaft oder bei Asthma geeignet. Vor allem für Kinder sind die genannten ätherischen Öle nicht geeignet. Ab 3 Jahren kann man z. B. Lavendel fein oder Thymian linalool dafür verwenden (maximal 3 Tropfen auf die Menge).

 

Aus der Waldapotheke – die Harzsalbe

Basis für die Harzsalbe, auch „Pechsalbe“ genannt, ist das wertvolle Baumpech bzw. Harz. Es dient Nadelbäumen wie der Fichte als Wundverschluss und wehrt Krankheitserreger ab. Die daraus zubereitete Pechsalbe kann keimtötend, desinfizierend, beruhigend und entzündungshemmend wirken und als duftender Brustbalsam bei Erkältungen sowie als Wund- und Zugsalbe verwendet werden. 

 

Beim Harz Sammeln muss darauf geachtet werden, die Wunde nicht erneut aufzureißen und immer nur so viel zu nehmen, wie man gerade braucht. Gesammelt werden kann das ganze Jahr über. Dazu “pflückt” man einzelne Tropfen vorsichtig vom Baum. Entweder mit den Fingern, vorsichtig mit einem Messer oder einem Holzstückchen. Transportieren kann man das Harz am besten in einem kleinen Glas, weil es auf den Fingern schnell etwas schmilzt und sehr klebrig ist. 

 

Zutaten Harzsalbe:

50 ml Olivenöl (alternativ Sonnenblumen-, Mandelöl)

2 EL Fichten- oder Tannenharz

4 g Bienenwachs (vegan 2 g Carnaubawachs)

optional auch 2 TL getrockneten Thymian oder andere Kräuter wie Salbei etc.

Zubereitung: 

Harz mit Olivenöl (und optional den Kräutern) im heißen Wasserbad erwärmen, bis sich das Harz auflöst. Harzöl durch ein Tuch/Kaffee-/Teefilter abseihen, um Rindenteile etc. aufzufangen. Bienenwachs im heißen Wasserbad schmelzen lassen und Harzöl dazugießen. Gut verrühren und noch flüssig in Tiegel füllen. Mit Inhalt und Datum beschriften und erst verschließen, wenn die Salbe fest ist. Die Harzsalbe ist ca. zwölf Monate haltbar und in kleinen Mengen auch für Kinder ab 6 Jahren geeignet.  

 

Selbstgemachter Hustensirup  

Kräuter (und Rezepte) für selbstgemachten Hustensirup gibt es viele – Spitzwegerich, Huflattich, Königskerze und viele mehr reihen sich in die Liste der hustenlindernden Heilpflanzen. Ich schwöre seit Jahren auf Thymian! Die ursprünglich mediterrane Pflanze ist nicht nur ein beliebtes Würzkraut, sondern auch eine wertvolle Heilpflanze. Das brachte ihm früher sogar den Namen „Antibiotikum der armen Leute“ ein. 

In der Naturheilkunde wird Thymian wegen seines hohen Gehalts des ätherischen Öls Thymol und seiner damit entkrampfenden Wirkung auf die Bronchien geschätzt. Weiters kann er in den Atemwegen entzündungshemmend, beruhigend und wundheilungsfördernd wirken. Ich möchte euch zwei Varianten für selbstgemachten Thymian-Hustensirup vorstellen.  

 

Thymian-Hustensirup für Erwachsene: 

Hierfür ist die Basis eine alkoholische Thymian-Tinktur. Durch den Alkohol lösen sich die wirksamen ätherischen Ölen besonders gut. Die Tinktur kann zu einem Hustensirup weiterverarbeitet werden. 

Wer’s lieber zuckerfrei hat, kann aber auch 1 TL Tinktur mit etwas Wasser verdünnt bei Husten einnehmen – ohne Sirup draus zu machen.  

Zubereitung: 

4 TL getrockneten Thymian mit 100 ml 40%-igem Korn in einem verschließbaren Glas ansetzen und drei Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Danach durch ein Sieb filtern und die Tinktur in einem Topf zum Kochen bringen. So kann ein Großteil vom Alkohol verdampfen. Dann 100 g Zucker dazugeben und köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Noch heiß in Flaschen abfüllen und fertig! Bei Beschwerden kann bis zu drei Mal täglich 1 EL davon eingenommen werden. Ca. sechs Monate haltbar. 

 

Thymian Hustensirup für Kinder: 

Zuerst wird ein starker Tee zubereitet: 4 TL Thymian werden mit 200 ml heißem Wasser aufgegossen. Nach 15 Minuten gießt man den Tee durch ein Sieb in einen Topf, fügt 100 g Zucker und 1 EL Zitronensaft hinzu und lässt das Ganze etwa 15 Minuten köcheln. Kinder ab drei Jahren können hiervon ein- bis dreimal täglich 1 TL einnehmen. Im Kühlschrank ist der Hustensirup etwa einen Monat haltbar.

Salbei Sole 

Sole noch nie gehört?! Here we go 😉

Salz galt früher als Luxusgut, wertvoller als Gold und ist noch heute eine wichtige Arznei. Für die Naturheilkunde interessant ist die sogenannte „Sole“ – eine Tinktur aus Wasser und Salz. Angereichert mit Kräutern entsteht so die wertvolle „Kräutersole“. 

 

Salz hat zum Teil einen schlechten Ruf, da wir vor allem raffiniertes Salz durch industriell hergestellte Lebensmittel in (zu) großen Mengen konsumieren und sich daraus gesundheitliche Nachteile entwickeln können. 

Doch Salz ist grundsätzlich wichtig für Bereiche wie Zellstoffwechsel, Nervenzellen, Magensäure und den Flüssigkeitshaushalt im Körper. Salz ist also ein wesentlicher Baustein des Lebens – auch die Meere, das menschliche Blut sowie das Fruchtwasser sind Solen. 

 

Wichtige Einsatzgebiete von Salz bzw. Solen sind z. B. Solebäder und Umschläge bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte, aber auch Erkältungen. Salz kann entzündungshemmend, desinfizierend (antibakteriell), schmerzlindernd und zusammenziehend wirken. Eine Kräutersole ist daher ein wunderbares Gurgelmittel bei Halsschmerzen, kann als Nasenspray verwendet werden und ist auch zur Inhalation bei Atemwegserkrankungen geeignet. 

Salz ist aber nicht gleich Salz! In der Küche und für alle anderen Arten der Anwendung verwende ich nur naturbelassenes Salz (Steinsalz, Bergsalz, Meersalz, Himalayasalz). Es ist ursprünglich, unbehandelt und enthält Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium, Zink etc. 

Raffiniertes Salz (Koch- bzw. Tafelsalz) wird mit Chemikalien behandelt und auf Temperaturen über 650° C erhitzt, wodurch alle ursprünglich enthaltenen Nährstoffe verloren gehen. Tafelsalz besteht aus reinem Natriumchlorid und wird zusätzlich angereichert mit chemisch-synthetischen Trennmitteln und Rieselhilfen. 

 

Sole-Tinktur herstellen 

Das Sole-Basisrezept besteht aus drei Teilen Wasser und einem Teil Salz. Solen eignen sich wunderbar, um Kräuterwirkstoffe zu extrahieren und sind damit eine alkoholfreie Alternative zu klassischen Tinkturen. 

In der Erkältungszeit und vor allem bei Halsschmerzen schwöre ich auf Nelkenwurz- oder Salbei-Sole. Beide Heilpflanzen enthalten Gerbstoffe und ätherische Öle, welche in Kombination desinfizierend, entzündungshemmend und leicht schmerzstillend wirken können. Sie ergänzen mit ihren Wirkstoffen die Sole also perfekt. 

 

 

Salbei-Sole Zutaten: 

2 Teile Wasser 

1 Teil Salz 

1 Teil getrockneter Salbei (frisch etwas mehr) 

 

Zubereitung 

Salbei und Salz im Mörser verreiben, in ein Glas füllen und mit dem Wasser aufgießen. Zwei bis vier Wochen an einem schattigen Platz bei Zimmertemperatur ziehen lassen, gelegentlich schütteln. Kräuter-Solen sollten während der Ziehzeit immer übersättigt sein – das bedeutet, am Boden des Glases sollte immer nicht aufgelöstes Salz sichtbar sein. 

Hat sich das Salz vollständig aufgelöst, gibt man etwas Salz nach. Danach wird die Tinktur abgeseiht, in eine Flasche umgefüllt und beschriftet. Die Salbei-Sole ist etwa ein Jahr haltbar. 

Bei Halsschmerzen wird 1 TL Salbei-Sole in etwas Wasser oder Salbeitee verdünnt und damit wie gewohnt gegurgelt. 

Erkältungsbad und Inhaliermischung

Salz und seine wohltuenden Wirkungen lassen sich mit Kräutern perfekt kombinieren. Ich habe eine 2-in-1-Mischung, die ich gleich für mehrere Zwecke verwende – nämlich als wohltuendes Erkältungsbad und Inhaliermischung bei Schnupfen und Husten. 

 

Kräuter Erkältungsbad 

Eine heiße Wanne ist einfach eine Wohltat im Winter. Das Erkältungsbad hilft beim Durchatmen, wirkt entspannend durch die Wärme, kann Beschwerden wie Schnupfen lindern und Krankheitserreger in der Vermehrung hemmen. Die Rezeptur kann auch als wärmendes Fußbad verwendet werden. 

Zutaten Kräuter Erkältungsbad (für ein Glas):

200 g grobes, naturbelassenes Salz 

5 TL getrocknete Kräuter wie Pfefferminze, Salbei, Thymian 

10 Tropfen naturreines ätherisches Öl Eukalyptus globulus

5 Tropfen naturreines ätherisches Öl Thymian Linalool 

3 Tropfen naturreines ätherisches Lavendel Öl 

2 Tropfen naturreines ätherisches Pfefferminz Öl

 

Zubereitung:

Kräuter etwas zerkleinern und mit Salz in einer Schüssel mischen. Ätherische Öle in ein geeignetes, verschließbares Glas füllen und Glas so drehen, dass die Seitenwände mit dem ätherischen Öl benetzt werden. Die Salz-Kräuter-Mischung einfüllen, Glas schließen und leicht schütteln. Ca. ein Jahr haltbar.

 

Anwendung:

Für ein Vollbad gibt man 3-5 EL Badesalz in das Badewannenwasser. Wer nicht im „Kräutertee“ baden möchte, füllt die Mischung in ein Säckchen und hängt dieses ins Wasser. Für ein Fußbad reicht 1 EL. Nach einem Erkältungsbad sollte immer nachgeruht werden – am besten ganz gemütlich mit Decke und einer Tasse dampfendem Kräutertee. 

Achtung: Nicht geeignet bei Bluthochdruck, Epilepsie, in der Schwangerschaft und für Kinder! Vollbäder sind nur bei stabilem Kreislauf und nicht bei Fieber geeignet. 

Eine weitere Idee für ein abwehrstärkendes Bad gibt’s hier: Schwitzkur mit Holunder- und Lindenblüten 

 

Kräuter Inhaliermischung 

Ich mag’s einfach und unkompliziert. Und daher eignet sich die Rezeptur für das Erkältungsbad auch zum Inhalieren bei Schnupfen und Husten. Inhalationen mit Kräutern befeuchten die Schleimhäute und können schleimlösend, auswurffördernd und beruhigend auf die Bronchien wirken. 

Dazu gibt man die oben beschriebene Mischung einfach in einen Topf mit einem Liter heißem Wasser, beugt den Kopf drüber und deckt alles mit einem großen Handtuch ab. Etwa zehn Minuten lang atmet man den wohltuenden Dampf ein und ruht dann eine Weile nach. 

Achtung: Nicht geeignet bei Bluthochdruck, Epilepsie, in der Schwangerschaft und für Kinder!

 

Wickel und Auflagen mit Kräutern

Erkältungen mit Wickeln und Auflagen zu behandeln, zählt zu den sehr sanften Methoden in der Naturheilkunde. Dabei werden Wirkstoffe wie Kräutertee und Öle in mehrere Tücher „verpackt“ und dem Körper aufgelegt. Über die Haut werden die Stoffe langsam zugeführt. Für Wickel sollte man sich immer ausreichend Zeit nehmen. Sie können nicht nur Erkältungen lindern, sondern auch beruhigen, „umhüllen“ und Geborgenheit schenken.     

 

Für die Anwendung benötigt man keine Spezialausrüstung: Wirkstoffe sind z. B. lose Bio-Kräuter oder ätherische Öle. Bei der Wahl der Tücher sollten Naturmaterialien bevorzugt werden. Wickel werden etwa ein- bis zweimal täglich angewendet. Die Dauer der Anwendung beträgt wenige Minuten bis zu einer halben Stunde. Je nachdem, wie es als angenehm empfunden wird. 

Ob etwas als Wickel, Auflage oder Umschlag bezeichnet wird, hängt vom Körperteil oder dem verwendeten Wirkstoff ab. Wickel werden traditionellerweise um einen Körperteil oder den ganzen Körper gewickelt, wie z. B. bei einem Bauch- oder Wadenwickel. Ist die Anwendung auf bestimmte Körperregionen begrenzt, spricht man von Umschlägen, Kompressen oder Auflagen. 

Ein klassischer Wickel ist aus drei Schichten aufgebaut: 

• Innentuch (Windelvlies, Taschentücher, Küchenrolle) – dient als direkte Auflage auf der Haut 

• Zwischenschicht (Baumwoll- oder Leinentücher, z. B. Geschirr- oder Mulltuch, Stofftaschentücher, Handtücher)

• Außenschicht (Wolle, Handtücher, Mullbinden, Schal) – dient dem Fixieren und Warmhalten

• zusätzliche Wärmflaschen oder Kirschkernkissen können als Wärmequelle dienen

 

Holunderblüten-Kompresse 

Die Holunderblüten-Kompresse kann Ohrenschmerzen und Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen lindern. Dazu werden Holunderblüten in ein Säckchen gefüllt, z. B. Teefilter, und in einem Topf über Wasserdampf einige Minuten erhitzt. Ist das Säckchen angenehm temperiert, kann es auf das Ohr gelegt und mit Haube/Stirnband fixiert werden. 

Bei einer Stirn- oder Nebenhöhlenentzündung legt man es einfach auf die Stirn oder den Wangenbereich, oberhalb der Nebenhöhlen, und fixiert es dort für ein paar Minuten mit der Hand. 

 

Ölauflage mit Lavendel 

Eine Ölauflage mit ätherischem Lavendelöl kann Husten lindern und entspannen. Für die Ölauflage werden zehn Tropfen naturreines ätherisches Lavendelöl mit 50 ml Pflanzenöl (Oliven-, Mandelöl etc.) gemischt. 

2 TL der Mischung träufelt man dann auf ein kleines Tuch, welches in Butterbrotpapier eingeschlagen zehn Minuten erwärmt wird – zwischen zwei Wärmflaschen, am Heizkörper oder bei niedrigen Temperaturen im Backofen. Das erwärmte Lavendelöl-Tuch (ohne Papier) legt man dann direkt auf die Brust und darüber Wolle/Wolltuch. Mit der Kleidung kann die wohltuende Ölauflage zusätzlich fixiert werden. 

Wärmender Ingwerwickel

Ingwer wärmt nicht nur von innen – auch auf der Haut angewendet, zeichnet er sich durch eine lang anhaltende Erwärmung aus. Als Nierenwickel regt Ingwer deren Tätigkeit an und spendet Wärme. Verkühlungen, aber auch Verspannungen und Blasenentzündung sind Einsatzgebiete der „heißen Knolle“. 

Für den Wickel wird zuerst aus frischem Bio-Ingwer (mit Schale) ein starker Tee zubereitet. Dazu werden 2 EL fein geriebener Ingwer mit 250 ml heißem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten Ziehzeit wird der Tee in eine Schüssel abgeseiht, dann ein Tuch, in der Größe der Auflagefläche, darin getränkt, gut ausgewrungen und z. B. auf eine Niere aufgelegt. Rasch wird das Ganze nun noch mit einem Außentuch, das um den Bauch gewickelt wird, und zusätzlich mit einem dünnen Schal fixiert. Der Ingwerwickel kann so lange einwirken, wie es sich angenehm anfühlt, und der Vorgang auf der anderen Seite wiederholt werden. 

Ingwerwickel sind nicht für kleine Kinder geeignet, da es zu Hautreizungen kommen kann. 

 

Kühlender Zitronenwickel

Zitronenwickel wirken erfrischend, kühlend und schmerzlindernd. Entzündungen im Hals und Schluckbeschwerden werden so auf sanfte Art und Weise gelindert. Dazu werden dünn geschnittene Zitronenscheiben (bio!) nebeneinander auf ein Stück Küchenrolle gelegt. Die Ränder werden dann umgeschlagen, sodass ein längliches Päckchen entsteht. 

Den Zitronenwickel legt man um den Hals und lässt dabei den Bereich der Wirbelsäule aber frei. Drumherum wickelt man ein weiteres Tuch und als Fixierung einen Schal. 

Analog zum Ingwerwickel können auch Auflagen für Magen und Darm mit Kamillenblüten und Fenchel gemacht werden. Sie lindern Magenschmerzen, Unterleibskrämpfe und können bei allgemeinen Verdauungsproblemen helfen. Ein Wickel mit Schafgarbe kann auch Magen und Darm unterstützen und wird traditionell als „Leberwickel“ bei Entgiftungskuren angewendet.

 

Bitte Vorsicht! 

Die verwendeten Tücher sollten faltenfrei und nicht zu eng um den Körper gewickelt werden. Wickel nur bei intakter Haut und keinesfalls bei offenen Wunden anwenden. Kräuter und ätherische Öle müssen mit Sorgfalt ausgewählt werden. Im Zweifelsfall ist immer ärztlicher Rat einzuholen. 

Alles Gute beim Ausprobieren und ich hoffe die Rezepte helfen auch euch, so wie mir, gut durch den Winter!

 

Hinweis: Teile des Artikel entstanden in Kooperation mit SONNENTOR. 

 

Wichtige Buchquellen: 

„Vergessene Heiltinkturen“ von Gabriela Nedoma 

„Heilsame Wickel und Auflagen“von Bernadette Bächle-Heide und Ursel Bühring 

Disclaimer: Rezepte, Anwendungsvorschläge, Inhalte und Angaben wurden nach dem aktuellen Wissensstand der Autorin sorgfältig 
recherchiert und verfasst, erfolgen aber ohne Gewähr. Sie stellen keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit und/oder 
Richtigkeit im schulmedizinischen Verständnis.  Es muss betont werden, dass jeder Mensch unterschiedlich auf die Rezepte
 reagieren kann. Auch natürliche Zutaten, Stoffe und Rohstoffe wie Pflanzenöle, ätherische Öle, Bienenwachs etc. können Allergien, 
Unverträglichkeiten und andere Nebenwirkungen auslösen. Bei Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unumgänglich. Die Autorin 
haftet nicht für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den gegebenen Anregungen resultieren.