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5x Toller Holler

 

Hollerduft liegt in der Mailuft!!

 

Am Waldrand, in Gärten und auf Almen leuchten uns aktuell die wunderschönen Blüten des Holunders entgegen und warten darauf von uns entdeckt zu werden. Rezepte gibt es unendlich viele.

Meine Lieblinge darunter stelle ich euch hier vor!

 

 

Eine wichtige Heilpflanze

 

Heilkundlich genutzt wird Holunder, auch als „Holler“ bekannt, schon seit sehr langer Zeit.

Viele Mythen und Brauchtümer ranken sich um die Heilpflanze. Die Germanen beispielsweise verehrten sie, weil sie als Sitz der Fruchtbarkeitsgöttin Frau Holle galt, die wiederum vor Krankheit und Leid schützen sollte. Aus diesem Grund wuchs früher bei jedem Bauernhaus ein kräftiger Holunderstrauch als Schutzbaum, der nicht gefällt werden durfte.

 

Für Heilzwecke können fast alle Pflanzenteile des Holunders genutzt werden, was ihm auch die Bezeichnung „des Bauern Apotheke“ einbrachte.

 

 

Blüten sammeln - wann, wie & was

 

Die 10-15 cm breiten Holunderblüten des Holunderstrauchs- bzw. Baums setzen sich aus vielen kleinen gelblich-weißen Einzelblüten zusammen und erscheinen im Gesamtbild schirmartig. Diese Blütenform wird als „Blütendolde“ bezeichnet. Die Blüten verströmen einen eizigartigen honigsüßen Duft und sind von Mai bis Juli zu finden – man hat also genug Zeit, um verschiedene Rezepte auszuprobieren.

 

Die ganzen Blütendolden werden am besten an einem trockenen, sonnigen Tag zur Mittagszeit gesammelt.

Wichtig hierbei ist: Die Blüten sollten vor der Weiterverarbeitung keinesfalls gewaschen werden, denn dabei können Geschmack und Inhaltsstoffe verloren gehen.

 

Meine 5 Lieblingsrezepte mit Holunderblüten

 

1. DER KLASSIKER: Holunderblütensirup

 

Den Holunderblütensirup kennt und mag wohl jeder -als Erfrischungsgetränk mit Wasser oder Mineral, für Desserts, Longsdrinks und bei Fieber.

Die meisten kaufen ihn im Supermarkt, dabei ist die Herstellung keine Hexerei. Zudem enthalten gekaufte Sirupe meist den Konservierungsstoff Zitronensäure. Das muss aber nicht sein!

Hier ein Rezept ganz ohne:

 

Zutaten für 5 Liter:

  • 3 l Wasser
  • 2 kg Zucker
  • 6-8 Bio-Zitronen
  • 20-30 Holunderblütendolden

 

Zubereitung:

  1. Wasser und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen.
  2. Zitronen in Scheiben schneiden und gemeinsam mit den Blüten in einen weiteren Topf geben.
  3. Anschließend das heiße Zuckerwasser hinzugießen und zugedeckt etwa 3 Tage stehen lassen.
  4. Danach abseihen und den Sirup zur längeren Haltbarkeit kurz erhitzen.
  5. In saubere Falschen füllen, kühl und dunkel lagern.

2. HOT DAYS: Holunderblütenwasser

 

Die einfachste Möglichkeit das feine Aroma der Holunderblüten zu genießen, ist das Holunderblütenwasser.

Dazu gießt man etwa 1 Liter Wasser auf 2-3 Blütendolden und lässt das Ganze etwas ziehen.

 

Gerade an heißen Sommertagen, wo der Körper viel Wasser braucht, ist das Holunderblütenwasser der ideale Durstlöscher – und zwar ganz ohne Zucker.

 

3. IMMUNPOWER: Holunderblütentee

 

Die Blüten des Holunders enthalten Flavonoide, Schleimstoffe und ätherische Öle. Dieser Mix an Inhaltsstoffen wirkt schweißtreibend, fiebersenkend und schleimlösend – daher empfiehlt sich das Trinken von Holunderblütentee besonders bei Grippe, Schnupfen und Bronchitis sowie zur Vorbeugung beziehungsweise präventiven Stärkung des Immunsystems.

 

 

Zubereitung

  • 2 TL getrocknete oder frische Blüten mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen
  • 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen, danach abseihen und am besten heiß trinken

 

Holunderblüten trocknen

 

Wer auch noch im Winter in den Genuss eines solchen Tees kommen möchte, kann die Blüten trocknen. Hierzu werden die frisch gesammelten Blütendolden ganz einfach nebeneinander an einem schattigen, luftigen Ort aufgelegt (zum Beispiel auf Papier, einem Leintuch oder Gitter) oder zu kleinen Sträußen gebunden und kopfüber aufgehängt. Bei Zimmertemperatur sind die Blüten nach etwa 2 Wochen trocken und können etwas zerkleinert zur Aufbewahrung in Gläser gefüllt werden.

An einem dunklen Ort aufbewahrt sind die getrockneten Holunderblüten rund 12 Monate haltbar. Also bis zur ernte im nächsten Jahr.

 

 

4. BLÜTENKÜCHE: Holunderküchlein

 

Die Holunderblüten werden aufgrund ihres feinen Aromas gern für Süßspeisen aller Art verwendet.

Eine einfache und zugleich sehr köstliche Variante sind in Teig gebackene Blüten – die sogenannten Holunderküchlein.

 

Zutaten für 3-4 Personen:

  • 1 Ei
  • 200 g Mehl
  • 0,5 l Milch
  • 100 g Zucker
  • 20 Holunderblütendolden
  • Butter zum Braten
  • Staubzucker

Zubereitung:

  1. Alle Teigzutaten gut vermengen
  2. Die Blüten am grünen Stiel halten und in den Teig tunken
  3. In einer Pfanne mit reichlich Butter herausbraten und vor dem Servieren mit Staubzucker bestreuen und mit essbaren Blüten (hier Rotklee) garnieren

 

5. SKINFOOD: Holunderblütenöl

 

Aus den Holunderblüten lässt sich ein wunderbares Körperöl herstellen, das bei empfindlicher, rauer und rissiger Haut Abhilfe schafft und sogar bei leichtem Sonnenbrand lindernd wirkt. Ich gebe unterstützend für die heilende Wirkung gerne auch noch Kamillenblüten hinzu.

 

Zubereitung:

  • 3 Blütendolden etwas zerkleinern und in ein verschließbares Gefäß (zum Beispiel ein sauberes Marmeladeglas) füllen
  • 1 TL Kamillenblüten dazugeben
  • mit 250ml kaltgepresstem Jojobaöl (alternativ Oliven- oder Mandelöl) aufgießen
  • 2 Wochen ziehen lassen
  • Nach der Ziehzeit wird das Öl durch ein sauberes Tuch gefiltert und in Flaschen umgefüllt.