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Schlehe - gesundes Wildobst

Die im Frühling weiß blühende Schlehe (Prunus spinosa) beschenkt uns im Herbst mit ihren wunderschönen blau bis violett-schwarzen Wildfrüchten.

Wie viele andere Obstarten, gehört die bis zu 4m hohe Schlehe zur Familie der Rosengewächse und ist als typische Heckenpflanze am Weg- und Waldrand anzutreffen. Ihre Verwendung in der Küche aber auch für Heilzwecke und Handwerk geht auf eine lange Tradition zurück.

 

Die dunkle, fast schwarze Rinde der Schlehe wurde früher genutzt um Wolle dunkelrot zu färben und die Dornen als Stecknadeln verwendet. Da die Schlehe ein dorniges und undurchdringbares Gebüsch bildet, wurde sie zum Schutz vor Eindringlingen als "lebender" Zaun bzw. als Heckenpflanze um Dörfer und Häuser angelegt.

Und Leben spielt sich hier wirklich viel ab! Im Frühling ziehen die Blüten viele Insekten an und im Herbst laben sich Vögel an den Früchten. 

Je nach Region werden die Früchte zwischen September und November reif.

Da heuer alles so schnell ging, habe ich sogar Ende August schon die ersten Früchte entdeckt. Mit ihren eiförmigen, teilweise leicht gesägten dunkelgrünen Blättern und den bis 1,5cm großen Früchten kann die Schlehe mit keiner Giftpflanze verwechselt werden. Dem Sammeln und Ernten steht also nichts im Weg!

 

Aber bitte immer bedenken: Die Früchte sind eine wichtige Nahrungsquelle für Wildtiere, weshalb an einem Strauch nie alles abgeerntet werden darf!

Volksmedizin & Nahrung

Die Früchte werden in der Volksmedizin vor allem als Stärkungsmittel vorm Winter oder nach einer langen Krankheit in Form von Mus, Schlehenwein und Schlehenlikör verarbreicht. Sie enthalten neben zahlreichen Antioxidantien und Fruchtsäuren auch hohe Mengen an Vitamin C und Gerbstoffen.

Eine Kombination die sehr häufig bei Rosengewächsen zu finden ist und den Schlehenfrüchten einen sauer-herben Geschmack verleiht. Der hohe Gehalt an Gerbstoffen macht die Schlehe in der Volksmedizin zu einer wichtigen Heilfpflanze bei Zahnfleischentzündungen und Halsschmerzen.

 

Nach den ersten Frösten werden die sauer-herben Früchte etwas milder im Geschmack.

Sie lassen sich dann besser zu Likör, Mus und Marmelade verarbeiten und können sogar roh vom Strauch genascht werden. Wer nicht so lange warten möchte, kann sie auch vor der Weiterverarbeitung für eine Nacht ins Tiefkühlfach legen.

 

Wildobst muss aber nicht immer süß verarbeitet werden! Gerade die Schlehe überrascht mit einer pikanten, äußerst köstlichen Zubereitung - den "Falschen" Oliven.

Das Rezept und das Schlehen-Apfelmus möchte ich euch hier vorstellen!

Schlehen - Oliven

Zutaten Schlehen-Oliven:

1kg Schlehen

4 Zweige Thymian oder Quendel

4 Lorbeerblätter

400 g Meersalz

1 Liter Wasser

 

Zubereitung:

Nach dem Sammeln werden die Schlehen gut gewaschen und in ein sauberes Gefäß gefüllt. Dann kocht man Wasser mit Kräutern und Salz auf, lässt das Ganze etwas abkühlen und gießt es über die Schlehen. Das Gefäß deckt man dann mit einem Teller ab und lässt die Schlehen in der Kräuter-Salzlake mindestens 2 Monate ziehen.

Danach füllt man die Schlehen mitsamt der Lake in kleinere, saubere Gläser um. Fertig!

Tipp:

Die Schlehen-Oliven können auch in Olivenöl oder Essig eingelegt werden.

Dazu werden die Früchte nach der Ziehzeit in der Salzlake abgeseiht und gemeinsam mit Olivenöl bzw. Essig in einem Topf bei niedriger Flamme etwa 10 Minuten erhitzt. Dann wird noch heiß alles in saubere Gläser gefüllt - fertig! 

Für die Schlehen-Oliven muss nicht der erste Frost abgewartet werden.

 

Die "Falschen" Oliven passen hervorragend zu Antipasti, Salat und Käse und sind eine tolle Geschenkidee. Kühl und dunkel gelagert sind sie mindestens 1 Jahr haltbar.

Schlehen - Apfelmus

Zutaten Schlehen-Apfelmus:

1/2 kg Äpfel

1 Zitrone

1 Zimtstange

2-3 TL Zucker

500ml Wasser

100g Schlehe

 

Zubereitung:

Die Schlehen nach dem Sammeln gut waschen.

Dann die Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Stücke schneiden. Zitrone auspressen. Alle Zutaten gemeinsam in einem Topf zum Kochen bringen uns so lange köcheln lassen bis die Früchte weich sind. Zimtstange entfernen. Dann werden die Früchte mit einem Kartoffelstampfer zerdrückt und durch ein Sieb gestrichen. Alternativ kann dafür auch die Flotte Lotte verwendet werden.

 

Tipp: Für das Mus können auch Weißdorn Früchte verwendet werden. Es passt wunderbar zu Müsli, Kaiserschmarrn und ist auch pur ein Genuss!

Im Kühlschrank ist das Mus mehrere Tage haltbar.