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DIY Natürliche Puztmittel selbstgemacht

Aug 5, 2019

Valerie Jarolim BSc., Kräuterpädagogin

Für ein sauberes Zuhause muss es nicht die Chemiekeule sein. Alte Hausmittelchen wie Essig, Natron und Salz reichen für die tägliche Reinigung völlig aus. Im Nu werden daraus sanfte Putzmittel, mit natürlicher Reinigungskraft. Im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Produkten belasten diese weder Haut noch Umwelt und so gibt’s zum sauberen Zuhause ein reines Gewissen obendrauf.

Duftender Zitrusreiniger

 

Kraftvolle Reinigung mit natürlich frisch-fruchtigem Duft… was will man/frau von einem Putzmittel mehr? Wie gut, dass sich in dem Zitrus-Allesreiniger beides vereint.

Die Zutatenliste ist mit Essig und den Schalen von Zitrusfrüchten nebenbei mehr als überschaubar. Die Schalen enthalten fettlösende und desinfizierende Säure und sind für den Müll viel zu schade. Eine wunderbare Upcycling und Zerowaste Möglichkeit also. Mit Essig haben alle, die nachhaltig putzen wollen, sowieso einen unentbehrlichen Helfer an der Hand der fast alles wieder zum Glänzen bringt.

 

 

Zitrusreiniger: So geht’s:

 

  • Zitrusschalen zerkleinern und in ein verschließbares Glas (z.B. sauberes Marmeladeglas) füllen
  • Mit Essig (Tafel-, Weißwein- oder auch Apfelessig) bis obenhin aufgießen
  • Verschließen und 2 Wochen ziehen lassen. Die Schalen saugen mit der Zeit Flüssigkeit auf, weshalb gelegentlich etwas Essig nachgefüllt werden muss.
  • Danach abseihen und in eine (Sprüh-)Flasche füllen. Fertig!

Zitrusreiniger Anwendung

Der Zitrusreiniger kann pur oder mit etwas Wasser verdünnt als Allzweckreiniger für Küche, WC, Bad und zur Reinigung von Böden, Fliesen, Armaturen, Spülbecken und Geschirr verwendet werden und ist eine natürliche Wunderwaffe gegen Kalk, Flecken und Fett. Ein paar Tropfen vom ätherischen Zitrusöl ( Mandarine, Zitrone, Orange) verstärken den Duft und die desinfizierende Wirkung. Sauer macht also nicht nur lustig, sondern auch sauber!

Achtung: Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzensubstanzen, die nicht unverdünnt angewendet werden dürfen. Besondere Vorsicht geboten ist bei Kleinkindern und in der Schwangerschaft. Allgemein sollten auch selbstgemachte, natürliche Putzmittel außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren und immer verschlossen aufbewahrt werden.

Anwendung des Efeuspülmittels

Für leichte Verschmutzungen leert man eine Tasse davon einfach ins Spülwasser. Kühl gelagert ist es nur etwa 1 Woche haltbar. Was aber nicht schlimm ist, denn als immergrüne Pflanze ist Efeu das ganze Jahr frisch vor der Haustüre verfügbar.

Natürliches Geschirrspülmittel mit Efeu

Dieses Spülmittel ist zu 100% biologisch abbaubar, kennt keinen Plastikverpackung, kommt direkt aus dem Garten und ist im Handumdrehen hergestellt. Die Hauptzutat ist Efeu. Dieser kann sich nicht nur an Häusern und Bäumen empor ranken, sondern eignet sich auch zur Herstellung eines milden Spülmittels. In seinen hübschen Blättern enthält er sogenannte Saponine (“Seifenstoffe“), welche in Verbindung mit Wasser einen seifenähnlichen Schaum bilden und reinigend wirken.

Herstellung des Efeuspülmittels

Zuerst werden die Efeublätter kleingeschnitten und ein verschließbares Glas zu 2/3 damit befüllt. Dann wird das Ganze mit heißem Wasser aufgegossen und darf eine Stunde ziehen. Dabei immer wieder kräftig schütteln. Abschließend nur noch abseihen und fertig ist das Efeu-Spülmittel. Wer möchte kann 1-2 TL Natron beimengen, was die Wirkung des Spülmittels verstärkt.

Natron (Natriumhydrogenkarbonat)

Natron ist ein ungiftiger, günstiger, natürlicher und umweltfreundlicher Stoff der aus Kochsalz gewonnen wird. Seine Einsatzgebiete sind sehr vielseitig und reichen von der Küche (als Backmittel und Bestandteil des Backpulvers), zu Putzmitteln und selbstgemachter Kosmetik (Deo, Zahnpasta). Bei beiden letzteren schätzt man Natron aufgrund seiner desinfizierenden und desodorierenden (geruchshemmenden) Eigenschaften. Außerdem ist es wasserlöslich, sanft scheuernd, fettlösend und entkalkend.

Achtung: Natron keinesfalls mit der stark ätzenden Natronlauge verwechseln!

Zutaten für 1 Liter Lavendel-Flüssigseife:

  • 2 Händevoll Lavendelblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 3 EL geriebene Bio-Kernseife oder Naturseife
  • 5 EL Natron
  • optional 15 Tropfen ätherisches Lavendelöl

So geht’s: 

  1. Zuerst wird ein etwas stärkerer Lavendeltee zubereitet: Lavendelblüten mit kochendem Wasser aufgießen und nach 10 Minuten abseihen.
  2. Seife fein reiben und mit dem Lavendeltee in einem Topf erhitzen. Dabei rühren bis sich die Seifenflocken auflösen.
  3. Das Ganze lässt man nun abkühlen und rührt dabei immer wieder.
  4. Abschließend Natron und optional 15 Tropfen ätherisches Öl unterrühren.
  5. Die fertige Lavendel-Flüssigseife kann in Flaschen oder Seifenspender umgefüllt werden.

Lavendel – Flüssigseife

Der duftende Lavendel befreit nicht nur von Stress und Sorgen sondern auch von Plagegeistern wie Schmutz. Seit Jahrhunderten wird er als reinigende Pflanze eingesetzt und schon die Griechen streuten Lavendelblüten in ihre Bäder. Auch Hildegard von Bingen wusste um seine Wirkung Bescheid und empfahl Lavendel als wirksames Mittel gegen Kopfläuse. Und was Oma schon wusste: Ein mit Lavendel befülltes Kissen vertreibt effektiv Motten aus dem Kleiderkasten.

Auch seinen botanischen Namen „Lavendula“,  abgeleitet vom lat. Wort „lavare“ (waschen), hat er seinen reinigenden Eigenschaften zu verdanken. Und diese kann man/frau sich mit der Lavendel-Flüssigseife ganz einfach zunutze machen. Die flüssige Seife hat fett- und schmutzlösende Eigenschaften und kann zur Reinigung von Verschmutzungen auf Geschirr, zum Wäschewaschen und Bodenwischen verwendet werden.

Tipps:

  • Die Flüssigseife lässt sich natürlich auch nur mit Wasser – ohne die Zubereitung eines Tees – herstellen.

 

  • Da sich jede Basis Seife anders verhält, kann man (sollte man mit der Konsistenz nicht glücklich sein) auch folgendes probieren: Bei Schritt 3 weitermachen und das Gemisch 12h abkühlen lassen. In der Zeit wird die Flüssigkeit dicker. Danach mixt man das Ganze für 1-2 Sekunden oder verwendet einen Pürierstab. Dann werden Natron und ätherische Öle untergerührt und eventuell noch ein wenig Wasser dazugegeben, damit die Flüssigseife auch wirklich flüssig ist. Man muss da ein bisschen experimentieren, weil sich einfach wirklich jede Seife anders verhält.

 

Antibakterielle Lavendel-Scheuermilch

Zur Herstellung der Scheuermilch werden Natron und die Lavendel-Flüssigseife zu einer cremigen Paste verrührt. Die Scheuermilch beseitigt wirkungsvoll auch hartnäckigen Kalk, unangenehme Gerüche und ist ein wunderbares Schleif- und Poliermittel. Schimmel in Fliesenfugen und Beläge in WC und Bad werden damit einfach weggeschrubbt. Ätherisches Lavendelöl unterstützt auch hier die pilzhemmende und desinfizierende Wirkung und sorgt für einen angenehm Duft.

Zutaten für die Lavendel-Scheuermilch

Herstellung und Anwendung

Die Zutaten werden gut miteinander vermischt und die fertige Lavendel-Scheuermilch mit einem feuchten Schwamm aufgetragen. Danach mit einem feuchten Tuch und klarem Wasser nachwischen.