fbpx

DIY Gesichts- und Reinigungsöle

Sep 24, 2020

Valerie Jarolim BSc., Kräuterpädagogin

Hautpflege ist auch immer Gesundheitspflege. Denn die Haut ist so etwas wie unser Immunsystem erster Ordnung. Sie schützt uns vor Außenfaktoren, ist besiedelt von Millionen uns wohlwollenden Mikroorganismen und reguliert viele wichtige Körperfunktionen wie Temperatur, Entgiftung und Immunsystem. 

Ihre Aufgaben kann sie aber nur optimal ausführen, wenn sie gut genährt ist. Das heißt, dass ihre Funktionen nicht durch chemisch-synthetische Kosmetikprodukte gestört, sondern mit fetten Pflanzenölen unterstützt werden. Pflanzenöle sind eine wertvolle Ergänzung in der Ernährung, können aber auch als Haut-, Gesichts- und Reinigungsöle den ganzen Körper mit Feuchtigkeit versorgen. 

 

Warum konventionelle Pflege unsere Haut austrocknet 

Vielen konventionellen, „feuchtigkeitsspendenden“ Kosmetikprodukten dient Mineralöl als Basis. Ohne groß drumherum zu reden: Es handelt sich dabei um verarbeitetes Erdöl. Zu finden ist es auf der INCI (Inhaltsstoffliste) deklariert als Paraffinum, Mineroil etc. 

Bevor es also an die guten Stoffe geht ;), möchte ich hier noch einmal verdeutlichen, warum Erdöl, in welcher Form auch immer, unserer Haut nicht gut tut. 

 

„Du bist, was du schmierst“

Mineralöl hat für die Haut eine gewisse Schutzfunktion. Es bildet einen Film auf der Haut, wie ich auch gerne sage, einen „Plastikfilm“, der die Haut vor Faktoren wie Kälte und Nässe schützt (wie eben z. B. auch die erdölbasierte Vaseline). Die Haut wirkt dadurch kurzfristig oberflächlich gepflegt und weich. 

Was geschieht aber unter der Oberfläche? Paraffine können als körperfremd bezeichnet werden, da sie sich im Aufbau völlig von unseren körpereigenen Fetten unterscheiden. Sie werden sehr schlecht abgebaut bzw. verstoffwechselt und daher nur adsorbiert („angelagert“) und nicht absorbiert („aufgenommen“). 

Die Haut, ein wichtiges Atmungs-, Entgiftungs- und Ausscheidungsorgan, kann durch diesen angelagerten „Plastikfilm“ schwer atmen. Sie wird abgedichtet und langfristig werden der Säureschutzmantel sowie wichtige Hautfunktionen gestört. Es entsteht trockene Haut, die wiederum vermehrt eingeschmiert werden muss, und schwupps sind wir im Mineralöl-Teufelskreis. 

Es muss ständig nachgeschmiert werden und damit entsteht eine Art Abhängigkeit. Wer kennt’s nicht: Verwendet man mal Labello (enthält auch Paraffine), kommen die Lippen ohne fast nicht mehr klar. Abgesehen davon ist der Gedanke von Erdöl auf der Haut oder auf den Lippen wirklich nicht sexy, geschweige denn nachhaltig. 

Körper- und naturfremde, synthetische Düfte (denen wir tagtäglich in extrem hohen Mengen ausgesetzt sind – beispielsweise in Wasch-, Putz- und Pflegemittel) sowie Erdöl können weiters Allergien und diverse Hauterkrankungen auslösen oder verstärken. 

 

Die gesunde Alternative: Pflanzenöle

Das Wichtigste für die Haut ist eine natürliche Pflege mit nährenden Pflanzenölen. Sie sind lebenswichtige Bausteine der Zellmembran, schützen und pflegen das Immunsystem der Haut sowie den Säureschutzmantel. Gute Öle spielen in der Naturkosmetik die Hauptrolle und bilden die Basis. Die Natur lässt uns dabei aus dem Vollen schöpfen und hält für jede Haut die richtige Pflege bereit.

 

Eigenschaften der Pflanzenöle 

Pflanzliche Öle und Fette werden aus Nüssen, Samen und Früchten hergestellt und sind unseren Hautfetten recht ähnlich. Sie ziehen daher gut ein und dichten dabei die Haut, im Gegensatz zu Mineralöl, NICHT ab. Die Haut bleibt durchlässig, kann atmen und das Hautbild verbessert sich. 

Pflanzenöle sind reich an gesättigten und ungesättigte Fettsäuren und enthalten weitere wertvolle Stoffe wie Flavonoide, Vitamine (A, E) und verschiedenste Mineralien. Insgesamt nähren diese Stoffe unsere Haut, regenerieren sie und wirken antioxidativ, also zellschützend. Sie unterstützen tatkräftig die Schutzfunktion und das Abwehrsystem der Haut, reparieren und halten die Haut weich und geschmeidig. 

Pflanzenöle können pur für Gesichts-, Körper- und Reinigungsöle, aber auch zur Narbenpflege, Wundheilung und als Basis für Naturkosmetik aller Art verwendet werden. 

Öle und Fette sind sogenannte Triglyceride. Sie bestehen aus einem Glycerin-Molekül, an dem drei (gesättigte und/oder ungesättigte) Fettsäuren hängen. Die unterschiedlichen Fettsäuren bestimmen den Charakter eines Öls und sind der Grund, weshalb wir unterschiedliche Wirkungen auf der Haut wahrnehmen. 

Ein hoher Anteil an gesättigten, bzw. einfach ungesättigten Fettsäuren hinterlässt einen geschmeidigen, lang anhaltenden und schützenden Film auf der Haut. Diese Öle ziehen nicht so schnell ein, sind aber meist relativ lange haltbar. Dazu zählen Basisöle und Fette wie beispielsweise Sheabutter, Oliven- und Mandelöl. 

Je ungesättigter ein Öl ist, desto schneller kann es aufgenommen und verstoffwechselt werden. Es zieht also meist sehr schnell in die Haut ein. Hier zählen viele Spezialöle dazu, wie Wildrosen-, Sanddornfruchtfleisch- und Nachtkerzenöl. Diese Öle sind in der Regel nicht lange haltbar und in kleineren Mengen erhältlich. Sie werden, da sie sehr kostbar sind, sparsam eingesetzt. Möchte man sie in Zubereitungen einarbeiten, reicht an Anteil von 10-20 %. Man nimmt z. B. auf 100 ml Basisöl 10 ml Spezialöl. Mischt man Spezialöle mit Oliven- oder Jojobaöl, verbessert man damit die Haltbarkeit. 

Besonders wertvoll ist neben den Fettsäuren das Glycerin. Es hat hydroskopische Eigenschaften, was bedeutet, dass es Feuchtigkeit anzieht und binden kann.

Interessanter Sidefact: Bei der Herstellung konventioneller Seifen wird das wertvolle Glycerin ausgewaschen und später für teure Kosmetikprodukte verwendet. Ein Grund, weshalb herkömmliche Seifen die Haut austrocknen. 

Selbstgesiedete Seifen sind im Gegensatz so wertvoll, da sie Glycerin von Natur aus enthalten. Es gelangt auf diesem Weg bis in die Hornschicht der Epidermiszellen und bindet Feuchtigkeit in den Zellzwischenräumen. So erfolgt eine nachhaltige Rückfettung. Mehr zum Seifensieden findet ihr im DIY Naturkosmetik Online-Kurs.  

Welches Öl wähle ich? 

Die Ansprüche unserer Haut an das, was wir ihr “füttern”, richtet sich dabei nach dem Hautbild, welches sich im Lauf des Lebens immer wieder ändert. Während z. B. junge Menschen eher zu Unreinheiten und fettiger Haut neigen, wird die Haut mit zunehmendem Alter trockener. Dementsprechend verlangt fettige Haut nach einer leichten Pflege und reife, trockene Haut hingegen freut sich über fetthaltigere Pflege. 

Zu welchen Ölen und Fetten wir greifen, hängt also neben dem Hauttyp und unseren Vorlieben auch von der jeweiligen Situation ab. 

Bei der Wahl des Öls sind zum einen die Hautbedürfnisse genau unter die Lupe zu nehmen, zum anderen muss auf eine gute Qualität geachtet werden! Denn Öl ist nicht gleich Öl!

 

1. Qualität und Herkunft der Öle 

Öle und Fette sollten mit den Hinweisen „kaltgepresst“ und/oder „nativ“ (= naturbelassen) versehen sein. So kann man sicher gehen, dass die Öle möglichst schonend gewonnen wurden und die wirksamkeitsbestimmenden und hautpflegenden Inhaltsstoffe weitgehend erhalten sind. Kaltgepresste und native Pflanzenöle haben eine charakteristische Farbe und einen typischen Geruch. So riecht zum Beispiel kaltgepresste Kakaobutter nach Schokolade.

Raffinierte Öle hingegen werden aus Ölsaaten bei Temperaturen von über 100-200° C hergestellt. Nicht selten kommen Lösungs- und Bleichmittel und andere chemisch-synthetische Stoffe zum Einsatz. Durch die hohen Temperaturen gehen wertvolle Pflanzenstoffe verloren. Sie eignen sich nicht für die Hautpflege.

Bio ist besser! Für selbstgemachte Pflege verwende ich persönlich Öle und Fette aus biologischer Landwirtschaft. Chemisch-synthetische Pestizide, die in der konventionellen Landwirtschaft verwendet werden, sind nicht nur eine Gefahr für Insekten. 

Sie haben auch die Eigenschaft, sich in Pflanzen dort anzulagern, wo diese besonders fettreich sind, also an Früchten (Oliven), Samen (Leinsamen) und Nüssen (Mandeln), aus denen unsere Pflanzenöle gepresst werden und sollten auch nicht in geringsten Spuren auf unserer Haut landen. 

Es gibt eine tolle Auswahl an heimischen Ölen, wie Sonnenblumen-, Hanfsamen-, Distel-, Traubenkern-, Nachtkerzen- und Wildrosenöl. Aber auch natives Bio-Olivenöl aus Griechenland oder Italien ergibt ein tolles Hautöl. Die Herkunft des Öls sollte auf der Flasche am Etikett immer angegeben sein. 

 

2. Hauttyp und Komedogenität des Öls 

Welches Öl zur jeweiligen Haut passt, hängt auch vom Hauttyp und den Ansprüche der Haut ab. Eine große Rolle, vor allem im Bereich der Gesichtspflege, wo man schneller zu Unreinheiten neigt, kann die Komedogenität eines Öls spielen. 

Unter Komedogenität versteht man den Grad der Poren-Verhärtung, den eine Substanz auf der Haut verursacht. Manche Öle und Fette dringen nicht direkt in die Haut ein und verbinden sich mit Hautstrukturen. Das kann folglich zu Verhärtungen, dem Wachstum von Bakterien und letztendlich zu unreiner Haut führen. 

Die Skala der Komedogenität reicht von 0-5, wobei 0 bedeutet, dass das Öl nicht komedogen (z. B. Sheabutter, Hanföl) ist und 5 sehr komedogen. Ab 3 sollte man vor allem bei unreiner Haut im Gesicht die Öle vorsichtig und dezent einsetzen. Hier ein paar Beispiele: 

K0 = Hanfsamenöl, Sheabutter

K1 = Wildrosen-, Jojoba-, Rizinus-, Sanddornfruchtfleischöl

K2 = Mandel-, Oliven-, Sesamöl

K3 = Kokos-, Nachtkerzenöl

K4 = Kakaobutter, Weizenkeimöl

 

Geeignete Öle für jede Haut – ein kleiner Überblick 

Pflege unreiner Haut: Hanfsamenöl, Jojobaöl, Wildrosenöl

leichte Pflege, die schnell einzieht: Avocadoöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl 

besonders feuchtigkeitsspendende und reichhaltige Pflege für trockene Haut: Hanfsamenöl, Kakaobutter, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Sheabutter   

Pflege reifer Haut: Arganöl, Jojobaöl, Kokosöl, Olivenöl, Wildrosenöl 

für Kinder- und Babyhaut geeignet: Mandelöl 

hautberuhigend und schützend: Hanfsamenöl, Nachtkerzenöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl 

lindert Juckreiz: Kokosöl, Nachtkerzenöl

 

Pflanzenöle im Porträt  

Hagebuttensamenöl/Hagebuttenkernöl (Wildrosenöl)

Dieses wertvolle Öl wird aus den Samen der Hagebutte, also aus den Früchten der Hundsrosen, hergestellt und ist ein klassisches Spezialöl, das sich bestens für die Gesichtspflege eignet. Es kann die Zellteilung und damit die Regeneration der Haut anregen. Die Talgdrüsenfunktion wird reguliert und Entzündungen gehemmt, was besonders bei fettiger Haut und Akne hilfreich ist. 

Hagebuttensamenöl zieht rasch ein, fettet kaum und beugt frühzeitiger Hautalterung vor. Mit seinen regenerierenden und wundheilenden Eigenschaften ist es außerdem eines der besten Narbenöle, das die Hauterneuerung und Elastizität fördert. Das Öl eignet sich für jeden Hauttyp, ist aber nur wenige Monate (ca. sechs) haltbar. Eine 10-%-ige Verdünnung in Jojobaöl reicht für eine gute Wirkung und längere Haltbarkeit bereits aus.

Hanfsamenöl

Das aus Hanfsamen gepresste Öl enthält die wertvolle Gamma-Linolensäure und hat einen sehr günstigen Einfluss auf Zellaufbau und Immunsystem der Haut. Besonders bewährt es sich als relativ schnell einziehendes und hautberuhigendes Körperöl bei Neurodermitis, Hautkrankheiten sowie irritierter und juckender Haut. 

Es hat eine Komedogenität von 0 und kann auch bei unreiner Haut angewendet werden. Hanfsamenöl zählt zu den Spezialölen und ist etwa neun Monate haltbar. Man kann es, wie das Wildrosenöl, gut mit Jojobaöl stabilisieren. 

 

Jojobaöl

Chemisch betrachtet, ist Jojobaöl kein Öl, sondern ein bei Zimmertemperatur flüssiges Wachs. Wachse haben grundsätzlich die Eigenschaft, nicht anfällig für Keime zu sein, weshalb Jojobaöl gut vor Bakterien schützt, lange haltbar ist und kaum ranzig wird. In Naturkosmetik-Produkten sorgt es für eine längere Haltbarkeit und zählt zu den wertvollsten Pflanzenölen! 

Da die chemische Zusammensetzung dem körpereigenen Talg sehr ähnlich ist, schützt es den Hydrolipidmantel der Haut. Es zieht sehr schnell und tief ein, ohne einen Fettglanz zu hinterlassen. Jojobaöl harmonisiert sowohl trockene als auch fettige Haut, macht sie geschmeidig und schützt vor UV-Strahlen, Umwelteinflüssen und freien Radikalen. 

Es ist viele Jahre haltbar und eignet sich für jeden Hauttyp. Man kann es gut mit anderen Ölen kombinieren und gut zur Talgregulation, Narbenpflege, bei Schwangerschafts- und Dehnungsstreifen, Sonnenbrand, juckender Haut und Neurodermitis verwenden. Die Komedogenität liegt bei 1. 

Rizinusöl

Das Öl aus den Samen des Wunderbaumes kommt bei mir nur beim Seifensieden und für Reinigungsöle zum Einsatz. Rizinusöl ist ein transparentes, zähflüssiges Öl, das die Fähigkeit hat, Wirkstoffe tief in die Haut zu leiten. Es zieht also in tiefe Hautschichten ein und breitet sich in den Zellzwischenräumen der Epidermis aus, wo es Feuchtigkeit bindet. Rizinusöl ist sehr hautpflegend und sorgt auch dafür, dass Narbengewebe elastisch bleibt. 

 

Sanddornfruchtfleischöl

Das Sanddornfruchfleischöl ist ein leuchtend orangerotes (stark färbendes!) Öl und zeichnet sich durch viele besonders wertvolle Inhaltsstoffe aus. Vitamine, Fettbegleitstoffe und Co. schützen die Zellen vor aggressiven Stoffen, Umwelteinflüssen und freien Radikalen. 

Das Öl dient der Vorsorge vor Zellschäden durch Sonnenlicht, repariert gleichzeitig als After-Sun-Öl die von der Sonne angegriffenen Zellen und sorgt dafür, dass die Haut nicht vorzeitig altert. Es wirkt wundheilungs-, elastizitäts- und regenerationsfördernd. 

Der hohe Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren macht das Sanddornfruchtfleischöl zu einem Top Öl bei ekzematischer, irritierter und entzündeter Haut. Besonders bewährt es sich weiters bei jugendlicher Problemhaut, Akne sowie spröder und trockener Haut jedes Alters. Interessant ist sicher auch seine Einsatzmöglichkeit bei Pigmentstörungen (fleckige Aufhellungen, Vitiligo, braune Hautflecken, Altersflecken). 

Sanddornfruchtfleischöl zieht schnell ein, ist eines der hautfreundlichsten Öle und hat eine Komedogenität von 1. Als Spezialöl sollte es nur in kleinen Mengen, verdünnt oder punktuell pur aufgetragen werden. 

Sonnenblumenöl 

Das heimische und preiswerte Öl aus Sonnenblumenkernen wird oftmals unterschätzt, denn es kann in guter Qualität (nativ, Bio) der Haut wunderbare Dienste leisten. Es enthält zahlreiche wertvolle Fettbegleitstoffe, u. a. hohe Gehalte an Vitamin E. Dieses gilt als wichtiges Zellschutzmittel und Baustein der Zellmembran, welche für die Hautelastizität verantwortlich ist. 

Sonnenblumenöl dient als leichte, milde Pflege, die schnell einzieht und wenig Fettglanz hinterlässt. Es wirkt entzündungshemmend und hat sich bei der Pflege von trockener, entzündlicher und empfindlicher Haut und auch bei Neurodermitis bewährt. Es kann auch bei fettiger Haut verwendet werden, weshalb es sich hervorragend für Mischhaut anbietet. Die Komedogenität liegt zwischen 0 und 2.

Mehr Öle, über 70 Rezepte mit Pflanzenölen und wie man Ölauszüge mit Kräutern macht, findest du auch im DIY Naturkosmetik Online-Kurs

 

Rezepte für Gesichtsöle 

Nach Belieben können als Feuchtigkeitspflege oder aber auch für “spezielle” Bedürfnisse tolle Gesichts- und Körperöle aus Pflanzenölen hergestellt werden. Kein Körperteil wird ständig und dabei so ungeschützt der Umwelt ausgesetzt wie das Gesicht. Die Gesichtshaut ist besonders empfindlich und bedarf einer intensiven Pflege. Weshalb sich die Rezepte in diesem Beitrag um eben dieses drehen. 

Die Rezepte sind nur Vorschläge und können nach eigenen Bedürfnissen abgewandelt werden. 

Gesichtsöl für trockene Haut – reichhaltige Pflege 

• 15 g Jojobaöl
• 15 g Wildrosenöl (alternativ 15g Olivenöl)
• 3 g Sanddornfruchtfleischöl
• optional 5 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Rosengeranie)

 

Gesichtsöl für normale und Mischhaut – leichte Pflege 

• 10 g Jojobaöl
• 20 g Sonnenblumenöl
• 5 g Hanfsamenöl
• optional 5 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel fein) 

 

Gesichtsöl für unreine Haut – klärend 

• 10 g Hanfsamenöl
• 10 g Jojobaöl
• 10 g Wildrosenöl
• 5 g Sonnenblumenöl
• optional 5 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Teebaum oder Niauli)

Zubereitung Gesichtsöl: Öle und optional ätherisches Öl werden in ein kleines Fläschchen gefüllt, verschlossen und geschüttelt, mit Inhalt und Datum beschriftet und dunkel gelagert. Die Haltbarkeit richtet sich nach den verwendeten Ölen. 

 

Zur Anwendung wird ein Klecks Gesichtsöl in die Handflächen verrieben und morgens und abends sanft auf die gereinigte, feuchte Haut gepresst oder eingeklopft. Zur Befeuchtung bieten sich Hydrolate wunderbar an.

 

Gesichtsreinigungsöl – Oil Cleansing Method

Auch für die Reinigung des Gesichts bieten sich Pflanzenöle an – wir sprechen dann von der Oil Cleansing Method. Eine Reinigung mit Öl hört sich zunächst etwas widersprüchlich an. Vor allem bei fettiger Haut fragt man sich vielleicht, warum man sich dann nochmals extra Öl ins Gesicht schmieren soll. 

Nun ist es so, dass wenn die Haut mit aggressiveren Mitteln, in denen z. B. Alkohol und chemische Duftstoffe etc. enthalten sind, gereinigt wird, Talg zunächst entfernt wird, was die Haut rein wirken lässt. Sie verliert dadurch aber viel Fett bzw. Feuchtigkeit und versucht, nachzuproduzieren. Dabei wird immer mehr Talg produziert und unsere Haut kommt in ein Ungleichgewicht – was sich durch schnelleres Nachfetten zeigt. 

Reinigt man die Haut nun mit dem passenden Öl, werden zwar ebenfalls Talg und Schmutz aus den Poren gelöst, aber ein kleiner Teil des Reinigungsöls bleibt zurück, zieht ein und die Haut braucht nicht mehr extra nachzufetten.

Ich liebe die Ölreinigung zum Beispiel als entspannendes Abendritual und wende die Methode etwa 2-3 Mal wöchentlich an. Man kann die Ölreinigung aber auch täglich machen. Es kann sein, dass sich das Hautbild zuerst verschlechtert, bis sie sich an die Ölreinigung gewöhnt hat. Danach wird sie aber reiner und strahlender als zuvor!

Für Gesichtsreinigungsöle braucht man mindestens zwei Öle. Als Basisöl wird Rizinusöl verwendet, da es die Fähigkeit hat, tief in die Haut einzudringen und dabei andere Öle zu binden. Es kann Talg und Schmutz aus den Poren aufnehmen. 

Zu viel Rizinusöl hingegen hat einen gegenteiligen Effekt – es kann die Haut austrocknen – weshalb es mit anderen Ölen gemischt werden sollte. Das zweite Öl versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und verhindert, dass zu viel Fett nachproduziert wird. Man kann dabei zu jedem beliebigen Öl greifen, je nachdem, was zum Hauttyp passt.

 

Folgende Empfehlung hilft dabei, das Gesichtsreinigungsöl zu mischen:

Fettige Haut: 30 % Rizinusöl und 70 % weiteres Öl (z. B. 30 g Rizinus- und 70 g Jojobaöl)

Normale Haut: 20 % Rizinusöl und 80 % weiteres Öl  (z. B. 20 g Rizinus- und 80 g Sonnenblumenöl)

Trockene Haut: 10 % Rizinusöl und 90 % weiteres Öl (z. B. 10 g Rizinus- und 90 g Olivenöl)

 

Anwendung Reinigungsöl: Man nimmt einen kleinen Klecks Öl in die Hand und verreibt es zwischen den Händen, bis es schön warm ist. Danach verteilt man das Öl auf dem trockenen, nicht gereinigten Gesicht und massiert es leicht ein. Nun tränkt man einen Waschlappen in heißem Wasser, wringt ihn aus und legt ihn auf das Gesicht, bzw. tupft das Gesicht ab.  

Die Wärme öffnet die Hautporen und Talg und Schmutz können leichter entfernt werden.  Am besten wiederholt man den Vorgang mit dem Waschlappen ein- bis zweimal. Auch Make-up lässt sich auf diese Weise entfernen. Das Waschen mit dem Waschlappen wiederhole ich zwei- bis dreimal.

Viel Freude mit den Rezepten!

 

Buchquellen (unbezahlte Werbung):
Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle
Heike Käser: Naturkosmetische Rohstoffe

Disclaimer: Rezepte, Anwendungsvorschläge, Inhalte und Angaben wurden nach dem aktuellen Wissensstand der Autorin sorgfältig 
recherchiert und verfasst, erfolgen aber ohne Gewähr. Sie stellen keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit und/oder
Richtigkeit im schulmedizinischen Verständnis.  Es muss betont werden, dass jeder Mensch unterschiedlich auf die Rezepte
reagieren kann. Auch natürliche Zutaten, Stoffe und Rohstoffe wie Pflanzenöle, ätherische Öle, Bienenwachs etc. können Allergien,
Unverträglichkeiten und andere Nebenwirkungen auslösen. Bei Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unumgänglich. Die Autorin
haftet nicht für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den gegebenen Anregungen resultieren.