Voll Fett - Ölauszüge

 

Ölauszüge sind Auszüge von Heilpflanzen in fettem Öl und dienen hauptsächlich der äusserlichen Anwendung in purer Form als Einreibung oder weiterverabeitet zu Salben und Cremen.

Sie beinhalten neben den Wirkstoffen der eingelegten Heilpflanze auch die des jeweiligen Öls.

 

 

Ihre Einsatzgebiete sind unglaublich vielfältig und reichen von der Hautpflege- und krankheiten, über Wunden und Sonnenbrand bis hin zu Knochenbrüchen.

 

Das Öl

Als Fettbasis zum Lösen der Pflanzeninhaltsstoffen kam früher mangels Alternativen Schweineschmalz zum Einsatz. Heute werden meist flüssige Pflanzenöle verwendet.

Ich bevorzuge aufgrund seiner vielfältigen, positiven Eigenschaften für die Haut und seiner langen Haltbarkeit das universell einsetzbare Olivenöl.

 

Es gibt natürlich noch viele weitere in der Küche beliebte wie auch für Auszüge geeigntete Öle wie zum Beispiel Sesam-, Mandel- oder Sonnenblumenöl.

Die Wahl des Öls hängt von den eigenen Vorlieben oder auch ökologischen Überlegungen ab und kann auf die persönlichen Hautbedürfnissen abgestimmt werden.

 

Allgemein sollten hochwertige und kalt gepresste Öle verwendet werden. Nur diese wirken regenierend, wundheilend und 'ernähren' die Haut. Ich lege zusätzlich sehr viel Wert auf Produkte aus ökologischem Anbau und verwende ausschließlich Bio Öle.

 

Die Pflanze

Ölauszüge können aus den verschiedensten Wild- und Heilpflanzen wie z.B. Ringelblume, Gänseblümchen, Johanniskraut und Beinwell hergestellt werden.

 Für Ölauszüge werden nur gewisse Teile der Heilpflanze verwendet, da die heilkräftigen Inhaltsstoffe mal in Blüten, Blättern oder der Wurzeln gespeichert und nicht gleichmäßig über die gesamte Pflanze verteilt sind.

 

Von der Ringelblume werden z.B. nur die Blüten und vom Johanniskraut Blüten und Blätter verwendet.

 

Die verwendeten Pflanzenteile können frisch gepflückt oder getrocknet zu einem Ölauszug verarbeitet werden.

 

Bei frischem Pflanzengut sollte darauf geachtet werden dass dieses vollständig trocken ist. Bei Feuchtigkeit kann das Öl sehr schnell kippen und zu schimmeln beginnen. Es empfiehlt sich Pflanzen nur an regenfreien, idealerweise sonnigen Tagen ab dem späten Vormittag zu sammeln.

 


Herstellung eines Kaltauszuges - Schritt für Schritt:

  • Zu Beginn die Pflanzenteile gut zerkleinern.
  • Anschließend ein verschließbares Glasgefäß (z.B. Marmeladeglas) zu zwei Drittel damit befüllen und dieses dann vollständig mit Öl auffüllen so dass alle Pflanzenteile vollständig bedeckt sind.
  • Gefäß verschließen und gut schütteln.
  • Das Ganze lässt man etwa 4 Wochen an einem warmen/sonnigen Platz stehen und schüttelt gelegentlich.
  • Nach der Ziehzeit das Öl durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter abseihen und in eine Flasche umfüllen. Die Pflanzenrückstände sollten gut ausgepresst werden.
  • Nach dem Abseihen kann der Ölauszüge sofort 'pur' als Körperöl bzw. Einreibung bei Beschwerden aufegtragen oder zu Heilsalben und Cremen weiterverarbeitet werden.
  • Kühl und dunkel gelagert sind Ölauszüge 1- 2 Jahre haltbar.

 

Ölauszüge im Sommer - Johanniskraut und Ringelblume

Zurecht sehr beliebt und gängige Pflanzen für Ölauszüge sind  Johanniskraut und Ringelblume.

Beide Pflanzen werden jetzt im Sommer geernet.

Das Johanniskraut wild in Wiesen, Weiden und am Waldrand und die Ringelblume im Garten.

 

 

Der Johanniskrautölauszug wird bei Verbrennungen, Sonnenbrand, Hexenschuss, Nervenschmerzen, Muskelverspannungen und Rheumaschmerzen eingerieben.

Für den Ölauszug werden Blüten und Blätter der frischen Pflanze von den Stängeln gestreift.

 

Das gewonne Johanniskrautöl wird auch 'Rotöl' genannt. Schon beim Zerkleinern der Blüten verfärben sich die Finger und bereits nach einem Tag wird die rubinrote Färbung im Ölauszug sichtbar.

 

 

Die Ringelblume gilt aufgrund ihrer Inhaltstoffe als DAS Wundheilmittel schlecht hin.

Der Ringelblumenölauszug sowie die Salbe wirken wundheilend, desinfizierend und entzündungshemmend.

Sie können bei schlecht heilenden Wunden, Narben, Riss-, Quetsch- und Brandwunden, Hautentzündungen und Schwangerschaftsstreifen aufgetragen werden.


 

Ölauszüge im Frühling und Herbst:

 

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen finden wir fast das ganze Jahr. Für Ölauszüge sammle ich am liebsten im Frühling.

Ölauszug und Salbe sind wundheilend und werden bei chronischen Hauterkrankungen, blauen Flecken, Juckreiz und Insektenstichen eingesetzt. Das Gänseblümchen ist in allen Varianten bestens für Kinder geeignet.

 

 

 

Beinwell

Die schleimstoffhaltige Wurzel wird im Herbst oder Frühling gegraben. Ölauszug und Salbe beschleunigen Zellaufbau und Gewebeneubildung und wirken reiz- und schmerzlindernd, abschwellend und durchblutungsfördernd. Einsatzgebiet sind Knochenbrüche, Zerrungen, Prellungen, Blutergüsse und Sehnenscheidenentzündungen.


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Kommentare: 2
  • #1

    Babsi (Mittwoch, 10 August 2016 21:28)

    Total interessant, Ringelblumenauszug hab ich selbst schon gemacht. Wusste gar nicht, dass johanniskraut so Rot wird. Das mit den Gänseblümchen würde ich ja gleich machen, wenn es meine kleine nicht ausrupfen würde :))!

  • #2

    Julia Sattler (Samstag, 05 August 2017 21:48)

    Halli hallo,
    Ich bin gerade über den Sonnentor Blog auf deine Seite gewandert und bin ganz begeistert von deiner Anleitung zu den Ölauszügen. Ich möchte heuer unbedingt erstmals etwas mit meinen Ringelblumen machen, da muss ich morgen Früh gleich schauen ob gerade genügend blühen um los zu legen.
    Alles Liebe,
    Julia vom Hang zum Grünen