QUendel und Dost

Noch nie gehört?

Wer beim Wandern den Kopf nicht nur Richtung Gipfel streckt sondern auch die Pflanzenwelt am Wegrand beobachtet ist beiden sicher schon oft begegnet.

Es handelt sich um die heimischen Wildformen von Thymian und Oregano.

 

Quendel, die wilde Form des Thymian, und Dost, der wilde Oregano, sind weit verbreitet und bis in eine Höhe von etwa 2000 m anzutreffen. Sie können genau so, wie ihre verwandten Kulturformen, für Gesundheit und Küche verwendet werden. Vor allem geschmacklich stehen sie ihnen in nichts nach.
Ihr größter Vorteil: sie wachsen wild und gratis quasi vor unserer Haustüre.

 

 

Pflanzenbeschreibung

Quendel (Thymus pulegioides), der wilde Thymian, ist ein niedriger Zwergstrauch mit blassvioletten, dichten zylindrischen Blütenköpfchen.

Der Stängel ist vierkantig, die Blätter eiförmig.

Zu finden ist Quendel auf mageren Weiden und warmen Böschungen wo er gerne dichte Polster bildet.

 

 

 

Dost (Origanum vulgare), der wilde Oregano, ist eine bis zu 60 cm hohe Staude. Der rundliche, oft rötlich überlaufene Stängel verzweigt sich im oberen Drittel. Dort entspringen die dichten, purpurnen Blüten.Dost wächst an sonnigen Hecken- und Waldrändern, in Wiesen, trockenen Hängen und Kahlschlägen.
Beide Pflanzen können bedenkenlos selber gesammelt werden. Eine Verwechselungsgefahr mit Giftpflanzen besteht nicht.


 

Küche

Schon beim Zerreiben der Blätter werden die aromatischen und appetitanregenden Duftstoffe, die sogenannten ätherischen Öle, frei. Sofort hat man den letzten Urlaub im Süden und sommerliche Gerichte vor Augen.

Geschmacklich ist Quendel dem Echten Thymian sehr ähnlich und kann gleichermaßen verwendet werden. Der Geschmack des Dosts lässt sich als eine Mischung aus Oregano, Majoran und einer milden Minze beschreiben.
Beide Wildkräuter verfeinern als Gewürz jedes mediterrane Gericht, Tomatensaucen, Salatdressings und gegrilltes Gemüse. Die verholzten, harten Stängel vom Dost können als aromatische Grillspieße verwendet werden. Für die Verarbeitung in der Küche sowie für Heilzwecke werden Blüten und Blätter verwendet, frisch gepflückt oder getrocknet.

 

Heilwirkung

Quendel und Dost enthalten hohe Mengen an ätherischen Ölen wie Thymol.

Diese ätherischen Öle sind für den herrlichen Geschmack aber auch für deren Heilwirkung zuständig. Sie wirken antiseptisch, desinfizierend und antibakteriell. Beide Pflanzen werden daher seit langer Zeit in der Volksmedizin, v.a. bei Erkältungskrankheiten, eingesetzt. Früher wurde Quendel sogar als 'Antibiotika der armen Leute' bezeichnet.

 

 

Quendeltee stärkt aufgrund seiner keimhemmenden Inhaltsstoffe die Abwehrkräfte, hilft bei Erkältungen und lindert dank krampflösender Eigenschaften lästigen Hustenreiz.

Dost hat als Heilpflanze drei große Anwendungsgebiete:

1.    Dosttee wirkt verdauungsfördernd nach schweren Mahlzeiten und lindernd bei Magen-
Darmbeschwerden mit Blähungen, Krämpfen und Durchfall.
2.    Er wirkt desinfizierend bei Atemwegserkrankungen mit Schnupfen und Husten.

3.    Ausserdem gilt er seit langem als wichtiges Frauenheilmittel und kommt u.a. bei
Gebärmutterleiden, schmerzhafter und unregelmäßiger Periode zum Einsatz.

 

Heil- und Gewürzkräuter trocknen
Wie alle Sommerkräuter sind Quendel und Dost einfach zu trocknen und können so für spätere Verwendungen wie Teezubereitungen etc. aufbewahrt werden. In der Küche erinnern ihre Aromen an trüben Wintertagen an Sommer und Sonne. Wie Heil- und Wildkräuter richtig getrocknet werden findet ihr weiter unten im Blog.

 

 

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