In einem Land vor unserer Zeit ... oder 'der Ackerschachtelhalm'

...ja auch damals, zur Zeit der Dinosaurier vor etwa 300 Millionen Jahren, gab es bereits Schachtelhalmgewächse.

Erdgeschichtlich betrachtet gehören sie demnach zu den ältesten Pflanzen unserer Erde.

Anders als heute bildeten die damals meterhohen Schachtelhalme ganze Wälder.

Auch wenn sie nicht mehr die Größe wie damals erreichen haben sie bis heute überdauert. Im Aussehen und ihrer besonderen Art der Fortpflanzung hat sich in dieser langen Zeit nicht viel verändert.

 

 

Schachtelhalme entwickelten sich lange bevor es Blütenpflanzen und Insekten, die für deren Bestäubung und Fortbestand sorgen, gab.

Schachtelhalme vermehren sich durch Sporen welche auf den Sporenträgern gebildet werden.

Eine Blüte wird man vergeblich suchen. Sowie Blätter, denn auch diese bildet diese reduzierte Pflanzenfamilie nicht aus. Ihre Arten möchten wohl mit dem Nötigsten auskommen und bestehen daher aus reinem Stängelwerk mit Hauptrtieb und Seitenästen.

 

Ackerschachtelhalm richtig erkennen

Es gibt bei uns mehrere Schachtelhalmarten die in ihrer Erscheinung sehr ähnlich sind.

Einige Vertreter, wie der Sumpf-, Wald- und Wiesenschachtelhalm, sind giftig und deshalb ein richtiges Erkennen des heilkräftgien Ackerschachtelhalms wichtig. 

 

Der Ackerschachtelhalm bildet zeitig im Frühjahr einen bräunlichen Sporentrieb (Foto rechts) welcher nach der Reife abstirbt. Erst einige Wochen später bilden sich die ungeschlechtlichen, grünen Trieben.

Bei den giftigen Arten befindet sich der bräunliche Sporentrieb nicht seperat sondern an der grünen Treibspitze.

 

Eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale des Ackerschachtelhalms: an seiner Spitze hat er ein grünes 'Krönchen' mit Seitenästen.


Wer auf die Erkennungsmerkmale achtet kann den Ackerschachtelhalm bedenkenlos selber sammeln um ihn zu trocknen oder frisch als Tee zu verarbeiten.

Dazu werden die grünen Triebe kurz über dem Boden abgeschnitten. Die beste Sammelzeit ist von Mai bis Juli.

Zu finden ist der Ackeschachtelhalm vor allem auf feuchten Böden.

Zinnkraut

Vielen ist der Ackerschachtelhalm auch als Zinnkraut bekannt.

Denn früher wurde das Kraut aufgrund seines hohen Gehalts an Kieselsäure verwendet um, quasi als Schmiergelpapier, Zinn und andere Metalle zu polieren.


 

Was die Kieselsäure kann:

Die Kieselsäure ist ein unentbehrlicher Baustein unseres Körpers und befindet sich im (Binde-)Gewebe, in Haaren und Nägeln. Sie stärkt und kräftigt schwaches Bindegewebe, hilft bei Haarausfall und brüchigen Nägen. Auch das Lungengewebe wird gestärkt. Daher können kieselsäurehaltige Heilpflanzen bei Lungenproblemen wie Husten und Asthma unterstützend eingesetzt werden.

 

Tee mal anders gemacht - die Abkochung:

Kieselsäure ist sehr schwer löslich, weshalb ein Aufguss mit kochendem Wasser nicht ausreicht um diese zu lösen. Um an die Kieselsäure zu kommen muss der Ackerschachtelhalm gekocht werden. Dazu werden die zerkleinerten Pflanzenteile (2TL/250ml) mehrere Studen (am besten über Nacht) in kaltem Wasser angesetzt. Nach der Ziehzeit lässt man das Ganze zugedeckt für etwa 15 Minuten köcheln. Danach abseihen und trinken.


 

Äusserliche Hautstraffung

Aber nicht nur innerlich sondern auch äusserlich entfaltet die Kieselsäure ihre Wirkung.

Die Abkochung eignet sich auch wunderbar, als regelmäßiges Sitzbad genommen, um die weiblichen 'Problemzonen' zu straffen.

Dazu bereitet man auf 2 Liter Wasser etwa 2 Händevoll Kraut als Abkochung und mengt diese dem Badewannenwasser bei. Für ein Sitzbad reicht es wenn die Wanne nur halbvoll ist.

 

Blasen- und Nierentee

Weitere Einsatzgebiete des Ackerschachtelhalms sind Blasen- und Nierenleiden.

Aufgrund der Inhaltsstoffe wie Kalium, Flavonoide und Saponine wird die Niere zu einer vermehrten Harnproduktion angeregt. Durch die harn- und wassertreibende Wirkung werden Niere und Blase durchgespült. Für diesen Zwecke reicht ein herkömmlicher Aufguss.

Weiters wirkt der Ackerschachtelhalm entgiftend, wundheilungsfördernd und wird bei schlecht heilenden Wunden, Krampfadern und Hautausschlägen verwendet.

 

Foto: http://www.degupedia.de/wiki/index.php/Bild:Sporenaehre_Ackerschachtelhalm1.jpg

 

 

 

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