wilde Spargelzeit!

Es ist Spargelzeit.

Überall bekommt man ihn gerade zu kaufen- ob weiß oder grün, Bio oder konventionell, aus Italien oder Österreich. Spargel ist sehr beliebt, sehr gesund und meist doch recht teuer.

Die wenigsten wissen dass es bei uns ein wildes, heimisches Gewächs gibt dessen Triebspitzen als 'wilder Spargel' verwendet werden können.  Quasi als 'gratis' Alternative zum richtigen Spargel.

Und wer Grünspargel mag wird den 'wilden Spargel' lieben.

 

 

Die Rede ist vom Gewöhnlichen Hopfen (Humulus lupulus).

Er ist der wilde Verwandte unseres Bierhopfens, der an langen Stangen gezogen wird und dessen Zapfen seit dem Reinheitsgebot von 1516 zum Bierbrauen verwendet werden.

 

Der Gewöhnliche Hopfen, streng genommen eine Staude, bevorzugt feuchte Standorte und ist in Auwäldern, an Bach- und Teichufern, in Hecken und Gebüsche auf feuchtem Untergrund zu finden.

Dort windet er sich mit bis zu 6m langen Trieben an Bäumen, Sträuchern und sogar, wie auf der Donauinsel, eindrucksvoll an Schilf empor.

 

Etwas zur Botanik

Der Gewöhnliche Hopfen gehört zu den Hanfgewächsen wie man an den Blättern nur unschwer erkennen kann.

Diese sind 3- 7 lappig, gesägt und handförmig.

 

Er ist 'zweihäusig', was bedeutet dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt.

Die weiblichen Pflanzen bilden im Herbst die vorerst grünen und später gelblich- braunen, harzigen Hopfenzapfen, die denen des Bierhopfens ähneln jedoch viel kleiner sind.

Sie enthalten Harze und wirken beruhigend, verdauungsfördernd und phytoöströgen.

 


Was wann sammeln?

Der Gewöhnliche Hopfen wird wegen seiner Verwendung als Spargelersatz auch als 'Hopfenspargel' bezeichnet. Und jetzt im Juni ist er einer meiner absoluten Favouriten unter dem Wildgemüse.

Sammeln kann man die oberen 15cm der Triebspitzen von April bis Juli. Diese sind 0,5- 1cm dünn und sehr kratzig bzw. klebrig (keine Sorge das Kratzige verliert sich bei der Zubereitung).

 

Kulinarik

Der Geschmack erinnert erstaunlich an Grünspargel und die Zubereitung ist sehr einfach und geht ganz schnell: kurz in Öl oder Butter anbraten, salzen, pfeffern und fertig.

 

Die Triebe können auch mit einem Zwirn zu einem Strauß gebunden und kurz in Salzwasser blanchiert werden.

Auch roh können die jungen, knackigen Triebe verspeist werden.

 

Passt wunderbar dazu:

Knoblauch und frische Kräuter wie Salbei, Knoblauchrauke und Minze.


 

Achtung Verwechselungsgefahr

Eine Verwechselungsgefahr besteht mit der giftigen Zaunrübe vor der Blütenentwicklung.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Bildung von Ranken.

Diese fehlen dem Gewöhnlichen Hopfen gänzlich.

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