Waldmeisterbowle - schmeckt nicht nur Kräuterhexen

 Wer jetzt im Mai aufmerksam durch Buchen- und Mischwälder wandert wird sicher auf ihn aufmerksam- den Waldmeister.

Auch wenn ihn die Augen noch gar nicht wahrnehmen dann bereits die Nase. Denn dort wo der Waldmeister wächst, verströmt er einen herrlichen Duft. Das verrät bereits seine lateinische Bezeichnung: Gallium odoratum, denn „odoratum“ heißt „wohlriechend“ und „duftend“.

 

Cum(mhmm)arin

Verantwortlich für diesen typischen, wohligen Geruch und Geschmack ist das im Waldmeister enthaltene Cumarin, ein Pflanzeninhaltsstoff der auch beim Trocknen von Heu entsteht und daher den meisten bekannt ist.

Genau wegen diesem feinen, mandelartigen Aroma wird der Waldmeister gerne in der Küche zur Aromatisierung von Bowle und Süßspeisen wie Eis und Pudding verwendet.

 

Die Waldmeisterbowle, auch Maibowle genannt, ist ein sehr altes und traditionelles Getränk.

Das erste Rezept dafür lässt sich 854 finden. Ein Benediktinermönch schrieb:

'Schüttle den perlenden Wein auf das Waldmeisterlein'.

 

Waldmeister als Heilpflanze

Vom Wissen um die Anwendung des Waldmeisters als Heilpflanze ist vieles beinahe in Vergessenheit geraten. Dabei leistet er aufgrund des Cumarins gute Dienste bei Durchblutungsstörungen und Venenerkrankungen. Das getrocknete Kraut kann ausserdem wegen des schlaffördernden und beruhigenden Geruchs als Schlaf- und Nerventee und für Kräuterkissen verwendet werden.

 

Erkennungsmerkmale des Waldmeisters

- 10- 30cm hohe Pflanze

- um den kantigen Stängel reihen sich sternförmig auf gleicher Höhe 6- 8 dunkelgrüne Blätter

- die Einzelblätter sind schmal und lanzettlich

- die kleinen vierteiligen weißen Blüten sind zu mehreren an der Triebspitze zu finden

- selten findet man nur eine Pflanze, der Waldmeister mag gerne Gesellschaft und bildet größere Bestände in schattigen Lagen.

 

Waldmeister kann bedenkenlos selber gesammelt werden. Verwechselungen können mit anderen Rötegwächsen, wie dem Labkraut, passieren. Diese sind jedoch alle ungiftig.

 

Rezept für die Waldmeisterbowle

1 kleines Sträußchen Waldmeister

30g Zucker

250ml Wasser

1 Flasche Weißwein (z.B. Riesling)

1 Flasche Sekt

 

Den Waldmeister an einem trockenen Tag, am besten vor der Blüte, sammeln und ein paar Stunden an der Luft anwelken lassen.

Dadurch kann sich das Aroma des geschmacksbestimmenden Cumarins voll entfalten.

Zucker im Wasser auflösen und mit Weißwein vermengen. Dann das Sträußchen ca. 2 Stunden in der Mischung ziehen lassen. Das Sträußchen entnehmen und vor Gebrauch mit Sekt aufgießen.

 

Waldmeisterbowle auch ohne Alkohol

Für eine alkoholfreie Alternative kann man das angewelkte Sträußchen auch einige Stunden in Apfelsaft ziehen lassen. Anschließend Honig oder Ahornsirup unterrühren und mit Mineralwasser aufgießen.

 

Waldwodka

Für den Waldwodka wird einfach ein Sträußchen Waldmeister in 1 Liter Wodka gehängt und nach einer Ziehzeit von 1-2 Tagen wieder entfernt.

Der Waldmeister gibt dem Wodka ein herrliches Aroma!

 

Rezept und Name sind von einer Freundin geliehen :). 

 

Aber Achtung: zuviel Waldmeister kann zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen!

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