Capsella Bursa-Pastoris

Botanische Pflanzennamen wie der des Hirtentäschels klingen oft merkwürdig, doch erzählen sie uns interessante Geschichten über die jeweilige Pflanze.

Das Hirtentäschel hat seinen Namen aus dem Lateinischen.

'Bursa' bedeutet 'Tasche' und 'pastor' ist der 'Hirte'.

Und tatsächlich sollen die Umhängetaschen mittelalterlicher Hirten die selbe Form wie die Früchte des Hirtentäschels gehabt haben.

 

Was bedeuten würde dass Männer im Mittelalter (noch) kein Problem mit herzförmigen Taschen hatten, denn die Früchte sehen aus wie kleine, grüne Herzen.

 

Die typische Form der Früchte gilt als eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale.

Weitere Pflanzenmerkmale

An der Stängelspitze sind traubenförmig die weißen, vierteiligen Blüten zu sehen.

Unterhalb der Blüten befinden sich bereits die Früchte. Auch sehr typisch für das Hirtentäschel und sonst eher ungewöhnlich: Blüten und Früchte sind zur gleichen Zeit an einer Pflanze zu finden.

Die herzförmigen bis dreieckigen Früchte sind bestielt und stehen teilweise waagrecht ab.

Die Blätter in der Grunsrosette sind stark gezähnt und ähneln denen des Löwenzahns.

Verwechseln kann man das Hirtentäschel mit keiner mir bekannten Giftpflanze.

Allein mit Vertretern der selben Pflanzenfamilie, nämlich der Kreuzblütler, wie dem Acker-Hellerkraut könnte es verwechselt werden. Das wäre aber völlig ungefährlich.

Das Hirtentäschel ist Unkraut und heimisches Superfood zugleich.

Als Unkraut ist es deshalb bekannt da es als sogenannter 'Hungerkünstler' auch auf sehr mageren Standorten fröhlich dahin gedeiht. Ausserdem bildet es unglaublich viele Samen pro Pflanze (bis zu 60000!) und gleich mehrere Generationen pro Jahr. Für uns die es essen und verarbeiten wollen sind genau diese Pflanzen besonders wertvoll, da sie eben fast das ganze Jahr blühen und fruchten und so gut wie überall zu finden sind.

 

Als Superfood kann das Hirtentäschel aufgrund seiner Inhaltsstoffe bezeichnet werden.

Es enthält sehr hohe Mengen an Vitamin C (3x soviel wie Zitronen), Calcium und Kalium.

Weiters Senfölglykoside, Saponine und Flavonoide.

 

Heilwirkung und Anwendung

Das Hirtentäschel stärkt unser Immunsystem und ist in der Pflanzenheilkunde als DAS blutstillende Mittel bekannt.

Folglich wird es als Mittel gegen Blutungen in der Frauenheilkunde wie bei zu starker Menstruationsblutung und Zwischenblutungen eingesetzt. Es sollte allerdings nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden da es eine kontrahierende Wirkung auf die Gebärmutter hat.
Weiters wirkt das Hirtentäschel durchblutungsfördernd und blutdruckregulierend und kann bei Kreislaufbeschwerden verwendet werden.

Für Heilzwecke wird die ganze Pflanze gesammelt und Tee oder Tinktur daraus zubereitet.

Kulinarik

In der Küche können alle Teile des Hirtentäschels verwendet werden- Blätter, Früchte und die Blüten. Der Geschmack erinnert aufgrund der enthaltenen Senfölglykoside an Kresse und Kohl.

Besonders geeignet ist das Hirtentäschel frisch als würzige Zutat für Salate, Kräuterauftrsiche oder Kräuterbutter.

Die herzförmigen Früchte verzieren liebevoll als essare Dekoration jeden Teller.

Früher wurden die Samen als Pfeffer- und Senfersatz verwendet. Weshalb das Hirtentäschel in manchen Gegenden heute noch 'Bauernsenf' genannt wird.

 

 

 

 

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